In Diehlo gibt es Zweifel an den Ergebnissen einer Marktanalyse zur Breitbandversorgung in Eisenhüttenstadt. In der Untersuchung war ausgeführt worden, dass in dem Ortsteil durchgängig eine ausreichende Leistung für schnelles Internet erreicht wird. Dem widersprechen die Diehloer.
Eine Frage aus dem Publikum bei der Einwohnerversammlung in Diehlo, zu der Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Die Linke) eingeladen hatte, blieb unbeantwortet. Eine Frau wollte wissen, wie die Experten einer Studie denn ermittelt hätten, dass Diehlo über ausreichend Übertragungsleistung beim schnellen Internet verfügt. Die Übertragungsgeschwindigkeit, die als ausreichend angesehen wird, liegt bei 2 MegaBit pro Sekunde und da spielt es keine Rolle, ob die Verbindung über Funk oder Leitung zustande kommt.
In der Theorie mag der Wert stimmen, in der Praxis wird er aber oft genug nicht annähernd erreicht, manchmal sogar gar nicht. "Das Funknetz hat Schwächen", sagte ein Diehloer. Die Übertragungsgeschwindigkeit hänge davon ab, wie viele sich im Netz eingewählt haben. Je mehr es sind, desto langsamer wird die Übertragung, nicht nur das: "Manchmal geht gar nichts. Dann bricht das Netz zusammen." Ein anderer Diehloer ergänzte: Über die Telefonleitung erreiche er nur 1 MegaBit pro Sekunde. Das lahme Netz sei insofern ärgerlich, als es in Diehlo nicht nur 15 Gewerbetreibende gibt, die auf eine schnelle Verbindung angewiesen sind, sondern auch viele Einwohner, die von zuhause arbeiten. "Wir wollen eine vernünftige Verbindung haben. Ich weiß nicht, wie die Fachleute das ermittelt haben", sagte der Diehloer.
Martina Harz, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Sicherheit, regte an, dass die Betroffenen ihre Bedenken und Erfahrungen noch einmal schriftlich formulieren. Das soll dann dem Fachbüro übermittelt werden, das die Studie für Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) erstellt, mit der Bitte nach einer Klärung.
Wobei auch bei einem anderen Ergebnis noch lange nicht mit einer Verbesserung zu rechnen ist. Gebiete, in denen die zwei MegaBit pro Sekunde nicht erreicht werden, gelten als unterversorgt. Für sie können Fördermittel beantragt werden. Dies war auch der Ausgangspunkt, die Studie zu erstellen, um eben unterversorgte Bereiche in der Stadt auszumachen. Und nur für diese Gebiete gibt es die Möglichkeit, Fördermittel für einen Ausbau zu beantragen. Nur unter dieser Voraussetzung wären Kommunikationsanbieter auch bereit, das Netz weiter auszubauen.
Gar keine Diskussion löst die Ankündigung von Dagmar Püschel aus, dass der der Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Oderaue (TAZV) demnächst beginnt, Informationsschreiben zur Erhebung des sogenannten Altanschließerbeitrages zu verschicken. Zahlen müssen diesen Beitrag diejenigen, die schon zu DDR-Zeiten an das zentrale Abwassernetz angeschlossen waren. Das Oberverwaltungsgericht hatte geurteilt, dass diese Anlieger auch für die Investitionen des Zweckverbandes nach der Wende mit herangezogen werden müssen. Das gilt auch teilweise für Diehlo. Wie groß der Altanschließerbeitrag ist, wird in dem Informationsschreiben stehen, auch die Zahlungsmodalitäten.