In der Stadt Eisenhüttenstadt wird überlegt, ob Fördermittel für einen Ausbau des Breitbandnetzes beantragt werden. Eine Studie für den Regionalen Wachstumskern Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder) hatte ergeben, dass es durchaus unterversorgte Gebiete gibt.
Ob ein Breitbandanschluss, also die Möglichkeit, schnelles Internet zu nutzen, gut oder schlecht ist, darüber lässt sich streiten. Privatpersonen haben sicherlich einen anderen Bedarf als Unternehmen. In Eisenhüttenstadt gibt es schon seit längerem Klagen, dass manche Gebiete - zum Beispiel Teile von Fürstenberg - unterversorgt sind. Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) haben als die beiden Städte des Regionalen Wachstumskerns eine Studie in Auftrag gegeben, die Lücken in der Breitbandversorgung aufzeigen soll. Die Studie ist nicht zuletzt Voraussetzung, um Fördermittel für einen Ausbau zu beantragen.
Denn ohne Fördermittel wird ein Ausbau wohl nicht gehen. Telekommunikationsanbieter hatten bei einer Abfrage erklärt, dass der Bau neuer Leitungen oder Funkmasten in Eisenhüttenstadt nicht geplant ist. Wobei die Förderrichtlinien keinem Übertragungsweg, sei es über die Leitung oder über Funk, den Vorzug geben. Einziges Kriterium für eine Unterversorgung ist der Nachweis, dass die Übertragungsgeschwindigkeit unter 2 MegaBit pro Sekunde liegt. Legt man diesen Maßstab an, steht Eisenhüttenstadt nicht schlecht da, in den Ortsteilen Diehlo und Schönfließ gibt es keinen Ausbaubedarf.
Auch in Fürstenberg ist die Versorgung zumindest über Funk eigentlich gewährleistet. Die Studie sieht lediglich dann Erfolgschancen, um Fördermittel zu erhalten, "wenn hinreichend viele gewerbliche und auch förderfähige Breitbandnutzer einen hohen Breitbandbedarf nachweisen können", sagt Sabine Oberlein, Bereichsleiterin Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in der Stadtverwaltung. Nachgewiesen werden müsste auch, dass dieser Bedarf nicht mit drahtloser Breitbandtechnologie gedeckt werden kann.
Spezieller Handlungsbedarf wird ebenso für die Kernstadt Eisenhüttenstadt ausgemacht. Dort könnte eine Förderrichtlinie Anwendung finden, die die regionale Wirtschaftsstruktur verbessern soll. Dabei sollen vorrangig förderfähige Betriebe unterstützt werden. Die Studie stellt dazu fest: "Trotz der vorhandenen Breitbandgrundversorgung durch UMTS können Teile der Kernstadt Eisenhüttenstadt inklusive des Gewerbegebietes Seeplanstraße, des Industrie- und Gewerbegebietes Hafen sowie des Industrie- und Gewerbegebietes am Oder-Spree-Kanal die Fördervoraussetzungen erfüllen." Allerdings müsste belegt werden, dass die vorhandene UMTS-Versorgung die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens nicht erfüllt.
Bis zum schnelleren Internet müsste allerdings noch ein längerer Weg zurückgelegt werden. Zunächst müsste der Bedarf nachgewiesen werden. Dann würde ein Fördermittelantrag folgen, danach ein mehrteiliges Angebotsverfahren. Ist dies abgeschlossen, erfolgt die Umsetzung.