In beiden Fällen wurde durch den Qualm ein Rauchmelder ausgelöst. Möglicherweise hätte sich das Feuer ansonsten ausgebreitet und noch mehr Menschen in Gefahr gebracht. Im Land Brandenburg besteht seit dem 1. Juli 2016 eine Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten. Für Bestandsbauten, zu denen eben auch Wohnblöcke gehören, gibt es eine Übergangsfrist zur Nachrüstung. Diese endet am 31. Dezember 2020.
"Jeder dritte Wohnungsbrand entsteht nachts. Das ist besonders gefährlich, denn der Geruchssinn ist im Schlaf ausgeschaltet. Deshalb bemerken wir die giftigen Rauchgase nicht. Innerhalb 2-4.Minuten werden die Opfer bewusstlos und ersticken im Schlaf", heißt es in einem Informationsblatt, das die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) verteilt. Rauchwarnmelder müssen daher an den Decken in Schlafräumen und Kinderzimmern angebracht werden sowie in Fluren und Räumen, die als Fluchtwege dienen. Küchen und Bäder hingegen sind gar nicht geeignet. Für die Installation und Wartung ist in Brandenburg der Eigentümer verantwortlich. 4340.Wohnungen hat die EWG bereits durch das Unternehmen Techem mit insgesamt 15 029.Rauchwarnmeldern ausstatten lassen. Das Unternehmen übernimmt auch die Kontrolle und Wartung der Signalanlagen. "Das sollen die Mieter gar nicht selbst machen. Wir wollen sichergehen, dass die Geräte auch tatsächlich funktionieren", betont Verena Rühr-Bach, die Vorstandsvorsitzende der EWG. Die Genossenschaft habe 2017 damit begonnen, Rauchwarnmelder anbringen zu lassen. "Jetzt sind bereits mehr als 85 Prozent unserer Wohnungen ausgestattet. Der Resteinbau erfolgt sukzessive." Hier und da sei es passiert, dass ein Fehlalarm ausgelöst wurde, weil ein Gerät fehlerhaft war, zweimal habe ein Rauchwarnmelder bei tatsächlicher Qualmentwicklung ausgelöst. Größere Brände habe es seitdem aber nicht gegeben.
Auch bei der Gebäudewirtschaft (Gewi) sind Rauchwarnmelder ein brandheißes Thema. "Wir haben etwa 7000 Wohnungen und etwa 4000 davon bereits mit Rauchwarnmeldern ausgestattet", sagt Oliver Funke, der Geschäftsführer. Bis Ende 2020 werde man alle schaffen. Im Gegensatz zur EWG lässt die Gewi die Geräte durch die Hausmeister des Tochterunternehmens Oder-Immobilien Dienstleistungs-GmbH (OID) anbringen und warten.
Die Gewi musste klagen
Bislang gab es dort, wo die Signalgeber installiert wurden, keine Beschwerden. Die Mieter kämen damit klar. Allerdings lassen nicht alle Mieter die Hauswarte in ihre Wohnungen, damit diese die Rauchmelder einbauen können. Die Gründe? Unter anderem sei das Thema Elektrosmog aufgekommen, berichtet Oliver Funke. Da er jedoch dazu verpflichtet ist, die Richtlinie umzusetzen, habe er etwa eine Hand voll Klagen beim Amtsgericht einreichen müssen, um das Zutrittsrecht zu bekommen. Die meisten Mieter hätten, nachdem sie das Schreiben bekommen haben, selbst eingelenkt. Derzeit sei nur noch ein Fall anhängig.
Wenn im Falle eines Brandes herausgefunden wird, dass es keine Rauchmelder gab, ist das ein Verstoß gegen die Bauordnung und kann unter Umständen ein strafrechtliches Verfahren nach sich ziehen. Zudem könnten Versicherungen Leistungen kürzen.