Wenn draußen das Thermometer steigt, dann aber nicht unbedingt der Appetit. Vielen reicht bei der Hitze auch ein Salat oder ein Brötchen zum Mittag. Kantinen und Küchen haben sich auf die Nachfrage nach leichten Speisen eingestellt.
Auch wenn es diese Gäste gibt, die jeden Tag Schnitzel oder Hamburger essen könnten: Roland Heinze weiß, dass gerade seine Kaltschalen bei diesen Temperaturen sehr gut ankommen. Heute hat der 58-jährige Koch in der Mitarbeiterküche des Städtischen Krankenhauses zwei fruchtige Süppchen im Angebot: eine mit Waldbeeren, die andere mit Zitrus sowie Pfirsich und Ananas. Julia Nitze wählt hingegen heute den Eierkuchen mit Heidelbeeren und Apfelmus. Obwohl die Hähnchenflügel, muss sie zugeben, auch nicht schlecht aussehen. „Doch was Frisches mit Obst passt einfach besser zum Wetter“, meint sie.
Doch nicht nur für Mitarbeiter und Gäste des Krankenhauses ist der Speiseplan aufgrund der Hitze ein bisschen erweitert worden. Auch Patienten bekämen die Möglichkeit, zum Beispiel eine kalte Gurken- oder Rote-Beete-Suppe zu bekommen, erläutert René Tretschog. „Die heißen Tage machen sich schon bemerkbar“, sagt der Betriebsleiter der Krankenhaus-Service-Gesellschaft (KSG), die für die Essensversorgung im Krankenhaus zuständig ist. Einigen genügt bei diesen Temperaturen laut René Tretschog etwa schon ein belegtes Brötchen oder eine kalte Schale zum Mittag. „Sie brauchen keine volle Mahlzeit.“
Auch im Ausbildungsrestaurant des Qualifizierungszentrums der Wirtschaft (QCW) im Werkzentrum achtet das Küchenteam von Torsten Kleinschmidt darauf, dass die Menüs „den Magen nicht zu sehr belasten“. Weil viele der Gäste aus der Verwaltung kämen, sei es wichtig, betont der Küchenmeister der QCW-Gastronomie, dass die Mitarbeiter danach noch konzentriert weiter arbeiten können. Auch vegetarische Küche ist laut Torsten Kleinschmidt sehr beliebt bei seinen Gästen. Heute bekommen sie im Werkzentrum ein Croque – die französische Variante eines Sandwiches.
Während der Auszubildende Fardin Bahrami schon einmal die Baguettes mit Mozzarella und Tomaten belegt sowie mit Remouladensauce bestreicht, zeigt Robert Weichert den Speiseplan für die Woche. Gestern habe es etwa Kartoffelstampf mit Gurkensalat und Rührei gegeben. Der sei sehr beliebt, sagt der Koch. „Grützwurst muss man bei der Hitze jetzt nicht haben“, findet er. Solche Gedanken mache sich das Küchenteam etwa vor Aufstellung des Menüs, erläutert er und nimmt seinem Azubi die in Alufolie eingewickelten Baguettes ab, um sie im Ofen aufzuwärmen, bis der Käse leicht schmilzt. „Aber ohne, dass das Gemüse flatschig wird, das ist der Clou“, betont er.
Auch in der Klosterklause in Neuzelle erlebt es Geschäftsführer Gernot Hasler bei diesen Temperaturen immer öfter, dass die Ausflügler in der Mittagszeit doch lieber zu einem Salat griffen. Doch der Beliebtheit seiner Klassiker, dem Schlaubetal-Teller sowie der Neuzeller Fleischsülze, tue das trotzdem keinen Abbruch, sagt er. Besonders gut verkaufe sich auch der Fisch bei ihm, den der Gastwirt bei einer Fischerei in Usedom bestellt. Da stehen die Leute Schlange“, freut sich Gernot Hasler. Außer dem Rotbarsch sei hingegen schon alles ausverkauft. Seiner Meinung nach passt das auch einfach gut zu dem Wetter. „Da würde ich selbst zugreifen.“