Mit Kaffee und Keksen empfing der Verein Studierendenmeile am Donnerstagnachmittag neugierige Besucher in der Großen Scharrnstraße 20a. Im Januar 2012 bezogen die Mitglieder dort in der ersten Etage ihre Räumlichkeiten. Ein Jahr später, sind sie frisch renoviert.
Hier in den zwei Konferenzräumen und neun Büros haben verschiedene studentische Initiativen nun eine neue Bleibe gefunden. Darunter der Fachschaftsrat der kulturwissenschaftlichen Fakultät, die studentischen Vertreter von Amnesty International und der Verein Interstudis, der sich um Frankfurts ausländische Studenten kümmert. Egal ob sie Bettwäsche benötigen, sich Kochtöpfe ausleihen wollen oder an Ausflügen teilnehmen möchten - hier finden sie Ansprechpartner, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Neben den vorrangig studentischen Initiativen zieht hier ab Februar mit den Streetworkern auch eine städtische ein. "Wir wollen nicht nur uniinterne Projekte miteinander vernetzen, sondern auch Teil der Stadt werden", sagt Ronny Diering, Vorsitzender des Vereins. Deshalb suche man auch nach weiteren Interessenten aus der Stadt, die sich bei der Studierendenmeile einmieten möchten.
Außerdem möchte der Verein einen überregionalen Ideenwettbewerb zur Außengestaltung der Fußgängerzone demnächst ins Leben rufen. "Wir besprechen derzeit noch die Umsetzung", sagt Diering. Und in einer Ideenkonferenz Anfang März soll mit Frankfurtern und Studenten über weitere Gestaltungsmöglichkeiten der Großen Scharrnstraße diskutiert werden.
Initiiert wurde der Verein vom Allgemeinen Studentischen Ausschuss (AStA) schon im Jahr 2010. "Ausgangspunkt war die beengte Raumsituation in der Universität", sagt Diering. Hatten die Studenten hier doch zu wenig Platz, um ihre Ideen entfalten zu können.
Auf der Suche nach passenden Räumlichkeiten stießen die Initiatoren auf die leerstehenden Ladenlokale und Büros in der Großen Scharrnstraße. Der Wunsch war geboren, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:einerseits neue Räume für die studentischen Initiativen und Gremien zu finden und andererseits die triste Fußgängerzone wieder mit Leben zu füllen.
Gedacht, getan. Man fing an mit der WohnBau in Verhandlungen zu treten. Nach zwei Jahren kam es zur Vertragsunterzeichnung und der Schlüsselübergabe. Die rund 600 Quadratmeter waren nun angemietet.
Als erstes zog der AStA in das Ladenlokal in der Scharrnstraße 17a ein und mit ihm auch die AStA-Fahrradwerkstatt. Gegenüber, in der Scharrnstraße 8, entstand der "Medienkomplex" mit dem Uniradio Viafunk, der Unizeitung Vivadrina und der Foto-, Film- und Kunstinitiative Viasion. "Im letzten Sommer haben wir auch mal die Couch rausgeholt und es uns auf der Straße gemütlich gemacht", sagt Miriam Büxenstein, Finanzbeauftragte von Studierendenmeile.
Finanziell unterstützt wird das Projekt größtenteils von der Universität Viadrina und der Studierendenschaft. "Bis Ende 2014 sind wir finanziell abgesichert", erklärt Diering. Dann stehen neue Gespräche an. "Wir werden alles dafür tun, damit das Projekt für lange Zeit bestehen bleibt", sagt der 26-Jährige.