Eine Protestaktion mit Fackeln, Leuchtfeuern und Feuertonnen hat in der Nacht zum 1. März vor dem Tor 1 von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt stattgefunden. „Die IG-Metallerinnen und Metaller von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt zeigten eindrucksvoll, dass sie bereit und fähig sind, trotz der Corona-Einschränkungen auch in diesem Jahr für ihre Tarifforderungen zu kämpfen“, teilt die IG Metall in einer Presseerklärung mit.

Verlängerung des Tarifvertrags gefordert

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten in der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie ein Volumen von vier Prozent mehr Geld, um die Einkommen zu stärken und um Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zu finanzieren. Außerdem will die Gewerkschaft die Übernahme von Auszubildenden sichern und auch die dual Studierenden in die Tarifverträge einbeziehen. Zudem geht es um die Verlängerung des Tarifvertrags zur Altersteilzeit und des Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung.

Holger Wachsmann: „Moderate 4 Prozent“

„In diesen unsicheren Zeiten hat für uns die Sicherung der Arbeitsplätze oberste Priorität“, so Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. „Mit der Forderung über ein Volumen von moderaten vier Prozent reagiert die IG Metall auf die unterschiedliche, wirtschaftliche Lage in den Unternehmen. In Krisenbetrieben soll das Geld gezielt für die Beschäftigungssicherung eingesetzt werden.“

Dirk Vogeler findet Forderungen angemessen

„Uns ist bewusst, dass die Stahlhersteller, bedingt durch die Coronakrise im ersten Halbjahr 2020, zum Teil erhebliche Einbußen hatten“, so Dirk Vogeler, Betriebsratsvorsitzender beim Stahlhersteller ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt. „Die stark angestiegene Nachfrage schon im zweiten Halbjahr 2020 hat wieder zu einem deutlichen Anstieg bei der Produktion geführt. Steigende Warmbandpreise und damit auch sehr gute Erlöse für unsere Flachstahlprodukte wirken positiv. Daher sind die Tarifforderungen der IG Metall auch für unsere rund 2700 Beschäftigten angemessen.“

Tarifverhandlungen starten am 1. März

Die Tarifverträge in der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie betreffen insgesamt rund 8.000 Beschäftigte. Die IG Metall hat die alten Tarifverträge fristgerecht gekündigt. Die Friedenspflicht endete am 28. Februar. Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern ist für den späten Nachmittag oder Abend des 1. März anberaumt.