Eigentlich wollte Heidrun Nuck nur ihre Schwester für einige Tage in Brieskow-Finkenheerd besuchen. Doch nun verzögert sich die Abreise ins Rhein-Main-Gebiet, denn sie wartet auf Benny. Benny ist ein eineinhalbjähriger Chihuahua, den sie bereits als Welpen bei sich hat. Er lebt mit der Hündin Chloé zusammen.
Als sie am 14. Juni bei ihrer Schwester am Steinweg 7 in Brieskow-Finkenheerd ankam, durften die beiden Hunde erst einmal pullern. Dabei ließ sie jedoch die beiden von der Leine, was sie bislang noch nie getan hatte.
Es kam, wie es fast kommen musste: Benny nutzte die ungewohnte Freiheit und rannte auf ein benachbartes Grundstück. „Eigentlich hört Benny auf mich, doch mit seinen erst eineinhalb Jahren kann man noch nicht erwarten, dass er vollständig abgerichtet ist. Er ist manchmal ein kleiner Dickkopf“, erklärt die Halterin.

Benny lässt sich nicht einfangen

Im Bemühen des Schwagers, ihn wieder einzufangen, lief Benny immer weiter. „Er kennt sich doch hier überhaupt nicht aus“, macht sich Heidrun Nuck wenig Hoffnungen, dass er zur Wohnung ihrer Schwester am Steinweg von ganz allein zurückkommt.
Bislang ist ihre Suche seit einer Woche erfolglos. Dabei half sogar schon das Eisenhüttenstädter Tierheim am See um Jana Feister. „Zunächst hielt sich Benny in der Nähe des Autoschrottplatzes von Lyczok auf. Ab dem 17. Juni wurde er am Kreisel Abfahrt Helenesee/Lossow gesichtet. Bis zum Sonntag blieb er im Ort Lossow, am Abend wurde er zwischen 19 und 20 an der Eisdiele in Brieskow-Finkenheerd gesehen worden und ist von dort in Richtung Seebrücke und dann zur Kunitzer Loose, Wiesenau und Aurith weiter gelaufen. Ab dort haben wir ihn wieder verloren.“

Halterin war an allen beschriebenen Stellen

Am Sonntag hatte Heidrun Nuck ihn zusammen mit der Tierheimchefin Jana Feister in Lossow gesucht. „Viele haben ihn gesehen, nur ich nicht. Das Tierheim hat meine Suche gepostet. Ich staune, wie viel Leute helfen wollen. Manche stellen auch Futter hin. Ich war an den ganzen beschriebenen Stellen, hoffentlich nimmt er mal Witterung von mir und Chloé auf.“
Benny trug bei der Ankunft in Brieskow-Finkenheerd ein braunes Geschirr und hat auch eine Hundemarke. Er ist gechippt. Wenn jemand den Chihuahua sichtet, sollte er behutsam sein. Schließlich sei Benny sehr scheu und ängstlich und daher auch äußerst zurückhaltend. Auch wenn es „nur“ ein Chihuahua ist, man solle ihn laut Heidrun Nuck nicht unterschätzen. Er könne sich ganz gut wehren und sei auch recht flink.
Tierheimleiterin Jana Feister bittet die Tierfreunde, sich auf der Suche nach Benny eher passiv zu beteiligen. „Es sollen bitte keine fremden Personen anfangen zu suchen und Futter auszulegen. Das machen wir. Wenn jemand den Hund sieht, bitte uns das unmittelbar darauf melden! Es sollte nicht versucht werden, ihn zu fangen, nachzulaufen und zu rufen. Sonst wird er wieder vertrieben. Der Hund wird nicht hören.“
Befragt zu den Überlebenschancen eines Chihuahua in der freien Natur sagt Jana Feister, sie hatte mal einen, der war sogar in einen kalten Gebirgsbach gefallen und kam dann nach 14 Tagen völlig abgemagert zurück. Zum Überleben habe Benny derzeit in der Region etwas bessere Bedingungen, theoretisch könne er es sogar etwas länger aushalten. Wahrscheinlich werde er sich eine Weile vom draußen stehenden Katzenfutter ernähren können.
Heidrun Nuck ist unter 491636176621 zu erreichen. Die Nummer vom Tierheim am See lautet 0173 9036140.