Geschichten mit Tieren haben auch in diesem Jahr in der Eisenhüttenstädter Region eine Rolle gespielt. Seien es von Wölfen gerissene Lämmer, vermeintliche Elche, an Wildzäunen ertrunkene Rehe, angefahrene Hirsche, im Rahmen der Afrikanischen Schweinepest erlegte Wildschweine, ausgerissene beziehungsweise ausgesetzte Katzen sowie unzählige von Tierheimen vermittelten Tiere. Einige Begebenheiten ragen dabei heraus.

Katja erhält teure Operation

So war eine einjährige Owtscharka-Hündin am Katjasee mit einer Hüftgelenksdysplasie gefunden worden. Das nach dem Fundort benannte Tier hatte Schmerzen. Da die ansonsten gesunde Hündin noch ein langes Leben vor sich hat, entschloss sich Jana Feister, Leiterin des Tierheimes am See in Eisenhüttenstadt, zu einer Hüftoperation. Die dafür benötigte 4000 Euro kamen auch mit Hilfe der Märkischen Oderzeitung im Rahmen einer Spendenaktion zusammen. Jetzt geht es diesem Kaukasischen Schäferhund gut.

Angebliche Zollhunde

Für viel Wirbel hatten die in diesem Tierheim abgegebenen Schäferhunde Bartista und Lexx gesorgt. Die beiden in die Jahre gekommenen Tiere waren zuletzt beim Wachschutz untergebracht und als vermeintlich ehemalige Zollhunde abgegeben worden.
Das Hauptzollamt Frankfurt war von dieser Nachricht entsetzt, da nicht mehr dienstfähige Zollhunde bis zu ihrem Ableben beim Halter bleiben. Vermutlich waren diese beiden gut abgerichteten Hunde für andere Behörden tätig. Immerhin konnten sie trotz altersbedingter Krankheiten vermittelt werden.

Dreibeiniger Wuschel erlebt Odyssee

Mit Gebrechen war auch der dreibeinige Mischlingsrüde „Wuschel“ ins Eisenhüttenstädter Tierheim an die Oderlandstraße gekommen. Er war in Rumänien angefahren worden. In einer Klinik musste ihm danach ein Bein amputiert werden.
Da Wuschel ansonsten sehr agil, zugänglich und verschmust ist, blieb er nicht lange im Tierheim. Auch als er wegen eines persönlichen Missgeschickes nach der ersten Vermittlung wieder zurück ins Tierheim kam, fand er schnell wieder einen neuen Halter.

Herrchen sitzt im Knast

Das kann auch passieren, wenn Herrchen ins Gefängnis muss. So erging es dem dreijährigen Schäferhunds-Mischling Kasper in Groß Lindow. Sein Besitzer saß in Cottbus ein und sein Kumpel passte auf den Rüden nicht auf. So büxte er aus und kam ins Tierheim an die Oderlandstraße.

Eisenhüttenstadt

Per Zufall fand Tierheimleiterin Ute Valentin den Besitzer. Da die Kosten bis zu seiner Entlassung nahezu ins Unermessliche gestiegen wären, gab er es zur Adoption frei. Für den schönen und kräftigen Schäferhund fand sich schnell ein neuer Halter.

Cirkus Magic parkt Schwein Wutzi

Keinen Adoptenten suchen musste Tierheim-Leiterin für das Schwein Wutzi. Wegen der Afrikanischen Schweinepest durfte die über 100 Kilo schwere Schweinedame nicht mit dem „Circus Magic“ weiterziehen, der in Eisenhüttenstadt gastierte. Wegen der Seuche legte das Veterinäramt dem vierjährigen Schwein eine mehrwöchige Quarantäne auf. Zirkusdirektor Samuel Endres hatte bei Ute Valentin um Asyl nachgefragt. Ansonsten wäre sie gekeult worden.
So bezog Wutzi einen Hundezwinger. Da sie sich normalerweise im Zirkus frei bewegen darf, sagte ihr diese beengte Behausung anfangs überhaupt nicht zu. In den ersten Tagen wollte sie nicht fressen. Nach einigen Tagen hatte sie sich bei ihrem Lieblingsgericht Haferflocken mit Milch eingelebt. Schließlich konnte Endres Wutzi unversehrt abholen.

Schaf verirrt sich

Oft gibt es auch Tierheim-Besuche auf kurze Zeit, beispielsweise, wenn ein Haustier sich partout nicht daran erinnern will, wo es hingehört. Oft wird dann Jana Feister gerufen. So war auch die Tierheim-Leiterin voll dabei, als sie mit Polizei, Feuerwehr, Wachschutz und Anwohnern eine mehrstündige Jagd auf ein Lamm machte. Dies hatten Anwohner im Umfeld der Diehloer Straße gesichtet. Glücklicherweise hatte es geschneit, so dass in der Dunkelheit das schwarze Tier recht gut auszumachen war. Dennoch konnte das aufgescheuchte Schaf erst nach zwei Stunden auf dem Schulhof des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gefangen werden.

Eisenhüttenstadt

Nach einer Übernachtung im Tierheim meldete sich der Besitzer. Seine beiden Soay-Schafe waren vom Grundstück in den Diehloer Bergen ausgerissen. Das zweite Schaf hatte am nächsten Tag wieder von allein nach Hause gefunden.

Schwänin verheddert sich

Auch bei vielerlei Wildtieren muss das Tierheim einspringen. So hatte Jana Feister gemeinsam mit ihren Mitarbeitern eine Schwanenmutter von einer Angelsehne befreit. Tagelang hatte sich die Schwänin in Angelsehne verheddert mit ihren fünf Jungen und dem Männchen durch das Gewässer an der Kiesgrube in Vogelsang geschleppt.
Bis die Inhaberin des nahegelegenen Tierheimes zusammen mit Tony Kimmritz und Sven Schönfeld die Schwänin von ihrer Last befreite, da von den Behörden kiene Hilfe kam. Glücklicherweise konnten die Jungen bereits allein fressen und der Schwanenvater passte auf sie auf.