Jahresbestzeit im Wettkampf

Tatsächlich hatten sich einige der 49 Starter am Ostersonnabend zum angesetzten Termin auf der Insel eingefunden. Vor den Augen des dort ebenfalls präsenten Ordnungsamtes einzeln, sowie paarweise beziehungsweise zu Dritt wie die Familie Ledwig. Hochmotiviert ging der 55-jährige Torsten Ledwig ins Rennen, neben sich auf dem Rad sein 29-jähriger Sohn Felix mit einigen anspornenden Rhythmen aus dem Lautsprecher. 22:51 Minuten – für das Stadtmeisterschafts-Urgestein Torsten war es Jahres-Bestzeit auf diesem Kurs. "Kein Wunder, wir hatten ja heute optimales Laufwetter. Schön, dass Ihr diese Serie in diesem Jahr so durchzieht." Unmittelbar darauf setzte sich Torsten Ledwig aufs Rad und Felix legte los. Hochmotiviert, schließlich hatte gleich zum Auftakt vor knapp zwei Wochen der Sieger der ersten vier Stadtmeisterschaftsläufe Thomas Gogolin vom MSV Tripoint Frankfurt mit 21:12 Minuten ordentlich vorgelegt. Allerdings musste Felix Ledwig nun auf die anspornenden Klänge verzichten, der Akku war runter. Doch nach einer harten Saisonvorbereitung und den nun fehlenden Wettbewerben steckte zumindest er noch voller Tatendrang – 19:21 Minuten, nur das 2:23-Stunden-Marathons-Ass Hannes Hähnel aus Frankfurt war im Juni vor vier Jahren mit 18:39 Minuten auf diesem Kurs noch schneller. Allerdings geht Gogolin als Sieger ein, da Felix Ledwig in diesen Jahr nicht bei der Stadtmeisterschaft gestartet war und nur diejenigen für den virtuellen Wettbewerb gewertet wurden, die wenigstens einen Stadtmeisterschaftslauf bestritten hatten.
Eine Woche später hatte Gogolins Frau Carolin Mattern in Königs Wusterhausen auf einem flachen Pendelkurs 21:45 Minuten hingelegt und damit den übrigen Frauen keine Siegchance mehr gelassen. "Ich weiß noch nicht, für was was ich jetzt trainieren soll. Ich habe die Intensität jetzt erst einmal rausgenommen und mache mehr Grundlage. Wäre ja toll, wenn es im Herbst noch ein paar Wettkämpfe geben würde. Wir schauen einfach und sind froh, dass wir weiterhin draußen an der frischen Luft laufen, Rad fahren und spazieren können."

Nächster Vergleich auch virtuell

Mit dem Tempolauf gegen die Uhr hatten jedoch viele ihre Probleme. So auch der zwölfjährige Frankfurter Ian Kehder, im 800-Meter-Lauf einer der Besten im Land. "Ian hat heute seinen Zwei-Kilometer-Lauf auf dem Sportplatz in Frankfurt absolviert. Er benötigte 8:57 Minuten – ohne Gegner und ohne regelmäßiges Training hat er bemerkt, dass es wirklich verdammt schwierig ist", schreibt seine Mutter Juliane. Schneller bei dieser virtuellen Austragung waren noch der zehnjährige Beeskower Hugo Briesenick (7:57 min) und der zwölfjährige Eisenhüttenstädter Kanute Oskar Reinus (7:58). Bestes Mädchen ist die zwölfjährige Marie-Luise Ledwig (9:14).
"Wir finden diese Lauf-Variante in dieser schwierigen Zeit sehr gut", erklärt der ehemalige Vorsitzende des Eisenhüttenstädter Schlaubetalmarathonvereins Thomas Babisch, der 27:26 Minuten meldete. Auch der für den 25. April geplante Lauf am Rosenhügel wird seit Sonntag virtuell ausgetragen.