Wer künftig auf einen der drei Friedhöfe der Stadt Eisenhüttenstadt eine Urnengrabstätte für 20 bzw. 25 Jahre kaufen will, muss deutlich mehr zahlen. So steigen zum Beispiel die Kosten für einen Platz auf der anonymen Urnengemeinschaftsanlage des Inselfriedhofes bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren um 502 Euro auf 722 Euro. Nicht ganz so groß ist die Steigerung bei einer Urnenreihengrabstätte auf dem Inselfriedhof. Statt bisher 455 Euro sind künftig 788 Euro fällig. In Schönfließ erhöhen sich die Gebühren für diese Bestattungsform dagegen von 342 Euro auf 748 Euro, also um 406 Euro.
Ein Grund dafür, dass Beerdigungen in Eisenhüttenstadt teurer werden, ist, dass die Stadt die Subventionierung der Gebühren streichen will. Bisher wurden 50 Prozent der Kosten aus dem Stadthaushalt getragen. Für einige Abgeordnete war dies nicht mehr zeitgemäß angesichts der Tatsache, dass die Stadt tiefrote Zahlen schreibt. Deshalb ist ein Punkt im Haushaltssicherungskonzept, künftig 100 Prozent der Kosten auf die Nutzer umzulegen. Rund 100000 Euro will die Stadt dadurch pro Jahr sparen.
In einer neuen Satzung, die ab kommendem Jahr gelten soll und derzeit in den Fachausschüssen beraten wird, ist diese Streichung der Subventionierung berücksichtigt. Allerdings zeigt sich an den Steigerungen der Gebühren - teilweise um mehr als 50 Prozent -, dass die Kostenumlage nicht der einzige Grund ist dafür, dass Bestattungspreise in Eisenhüttenstadt vor allem bei Urnengräbern deutlich in die Höhe gehen. Vielmehr wurde ein Prinzip, das bisher bei der Kalkulation Berücksichtigung fand, nicht mehr in Anschlag gebracht. So wurden die Fixkosten für den Friedhof - zum Beispiel Grünanlagenpflege, Bewirtschaftung der Gemeinschaftsflächen - auf die Fläche der Grabstelle umgelegt. Wer also eine Erdbestattung wählte, musste mehr zahlen als derjenige, der sich für die kleinere Urnengrabstätte entschied. Die Fläche spielt künftig keine Rolle mehr. Vielmehr werden die allgemeinen Aufwendungen auf alle Gräber gleich verteilt. Das Argument ist: Gemeinschaftsflächen wie die Wege, werden genauso genutzt, unabhängig davon, ob die Grabstelle nun groß ist oder nur eine geringe Fläche wie bei der anonymen Urnengemeinschaftsanlge einnimmt.
Bei den neuen Gebühren, die von der Stadtverordnetenversammlung im Oktober beschlossen werden sollen, macht sich die Änderung bei der Kalkulation nicht zuletzt darin bemerkbar, dass sich die bisher teilweise erheblichen Gebührenunterschiede bei Urnengräbern und Erdbestattungen immer mehr angleichen. Wahlgrabstätten Erdbestattung (zwei Sargbestattungen möglich) auf dem Inselfriedhof und auf der Anlage in Schönfließ werden durch die neue Kalkulation sogar um 270 Euro preiswerter auf nun 1323 Euro. Bei der Einzelwahlgrabstätte steigen die Gebühren für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren um 167 Euro auf 1079 Euro auf dem Inselfriedhof, während in Schönfließ 117 Euro weniger zu zahlen sind bei einer Gebühr von dann 1240 Euro.
Im Stadtentwicklungsausschuss wurde die neue Satzung jüngst kaum diskutiert. "Wir haben das im vorhinein in den Fraktionen erläutert", sagte Michael Reichl, Fachbereichsleiter Bauen und Liegenschaftsverwaltung. Nicht beantwortet werden konnte dagegen die Frage des Ausschussvorsitzenden Ralf Benkenstein (Die Linke), ob denn das Einsparpotenzial von 100000 Euro für den Haushalt auch erreicht wird.