Mit einer Dankesfeier verabschiedeten Feuerwehrleute und Kommunalpolitiker am 28. Dezember 2019 den langjährigen Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Groß Lindow, Jens Rabethge, am Gerätehaus der Ortswehr. Grund: Ende Januar 2020 wird der 60-Jährige nach 30 Jahren sein Amt niederlegen. Dessen Nachfolge als Ortswehrführer tritt sein bisheriger Stellvertreter Fabian Kahl an. Neuer Stellvertreter wird Heiko Slonina sein.
Zur Feier in Groß Lindow erschienen zu 17 Uhr Kameraden aus Groß Lindow mit ihren Partnerinnen und Mitglieder der Wehren aus Wiesenau, Ziltendorf, Vogelsang und Brieskow-Finkenheerd. Jens Rabethge zu Ehren würdigte die Amtswehrführung sein jahrzehntelanges Engagement. Gäste waren ferner Vertreter der Arcelor Mittal-Werksfeuerwehr, Brieskow-Finkenheerds Amtsdirektor Danny Busse, der Amtsausschuss-Vorsitzende Jörg Fiedler, Groß Lindows Bürgermeister Björn Brinkmann sowie Jens Rabethges Ehefrau und beide Töchter mit Partner.
Gäste standen Spalier
"Jens Rabethge wusste von der Feier nichts", erzählt Fabian Kahl. "Alles wurde hinter seinem Rücken organisiert. Unsere größte Sorge war, dass er während der Vorbereitungen am Nachmittag durch Zufall vorbeikommt. Seine Frau hat uns aber unterstützt und Jens zu einem langen Einkaufstrip nach Frankfurt überredet." Die Gäste standen im Spalier mit Fackeln bereit. Die Löschfahrzeuge waren ebenfalls im Spalier positioniert. Unter dem Vorwand, dass auf einem Radweg in Groß Lindow ein umgestürzter Baum liege, aber kein Alarm ausgelöst werden solle, hatte Amtswehrführer Michael Lyszczok Jens Rabethge gebeten, zum Gerätehaus zu kommen. Dort wurde er von den Gästen mit Blaulicht und Martinshorn empfangen. Er war zu Tränen gerührt, beschreibt Fabian Kahl die Situation: "Nach einer Gelegenheit zum Umziehen – seine Töchter hatten seine Uniform mitgebracht – wurden Dankesworte von mir, dem Amtswehrführer, dem Amtsdirektor, vom Vorsitzenden des Amtsausschusses und dem Bürgermeister an ihn gerichtet."
Jens Rabethge zeigte sich auch noch gestern gegenüber der MOZ sehr berührt: "Wir haben eine gute Ausstattung und viele junge Leute ausgebildet, die hochmotiviert sind. Da kann ich guten Gewissens das Amt abgeben." Er bleibe mit "Herz und Blut" Feuerwehrmann. Jens Rabethge: "Wenn man nicht mehr so fit ist wie ein Turnschuh, muss man nicht mehr in der ersten Reihe stehen." Dann bereite auch die zweite Reihe Freude.