"Die afrikanischen Gäste sind interessiert an einem Erfahrungsaustausch und wollten sich auch mal eine Kita ansehen", erzählte Anne-Kathrin Gase, die "Lindenspatzen"-Leiterin. Obwohl die Pewobe in Frankfurt und Berlin ebenfalls Kindertagesstätten betreibt, fiel die Wahl auf Groß Lindow, und zwar ganz bewusst, wie Anne-Kathrin Gase betonte. "Eine ländliche Kita ist ja auch mal ganz interessant." Und selbst diese ländliche Kita dürfte die drei afrikanischen Gemeindearbeiter sehr beeindruckt haben. Nicht nur, weil die Vorschulgruppe extra eine Nationalflagge aus Malawi gemalt hatte und auch überreichte.
"Habt ihr auch Kitas bei euch?", wollte ein Junge wissen. "Ja, haben wir", lautete die Antwort auf Englisch, die von einer Pewobe-Mitarbeiterin sofort übersetzt wurde. "Allerdings sind unsere nicht so schön wie eure hier." Zum Beweis wurden Bilder und Filme auf einem Laptop gezeigt. Das Gebäude, in dem die malawischen Kinder untergebracht sind, war nicht nur alt, sondern auch kaputt und bestand vor allem aus nackigen Wänden. "Bei uns haben die Kinder auch keine Stühle", sagte einer der Gäste. Dennoch wurde in dem Film ausgelassen gesungen. Das stachelte den Ehrgeiz der "Lindenspatzen" an. Die hatten nämlich auch ein Lied vorbereitet - von einem Frosch. Und als sie es sangen, wippten die Füße der Gäste mit.
Tiere waren übrigens das, was die Kinder am meisten interessierte. Als sie hörten, dass es in Malawi Elefanten, Giraffen und Löwen gibt, staunten sie nicht schlecht. "Und was ist die beliebteste Sportart?", fragte jemand. Bei der Antwort strahlten vor allem die Jungs. Denn auch in dem ostafrikanischen Land wird gern Fußball gespielt. Trotz aller Unterschiede gab es also auch Gemeinsamkeiten zu entdecken.