BBZ – diese Abkürzung ist in Eisenhüttenstadt fast so bekannt wie EKO. Beide sind auf den jeweils anderen auch angewiesen. Das BBZ steht für das Berufsbildungszentrum von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt. Jährlich erhalten dort 50 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag. Sie wollen Industriemechaniker, Elektroniker, Industriekaufleute oder Eisenbahner werden. Auch ein Duales Studium für Maschinenbau und Automatisierung wird angeboten. Ausbildung ist für ArcelorMittal sozusagen überlebenswichtig, denn vor allem so kommt das Werk an die benötigten Fachkräfte von morgen.

In Oder-Spree noch 270 noch 270 freie Lehrstellen

Obwohl das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, sind diesmal noch Ausbildungsplätze frei – wie in vielen Unternehmen. Allein in Oder-Spree waren Ende August noch knapp 270 angezeigte Lehrstellen frei.
Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres gab es brandenburgweit noch 6000 offene Ausbildungsplätze. Arbeitsstaatssekretär Hendrik Fischer führte dies im August bei einem Besuch bei Unitechnik unter anderem darauf zurück, dass aufgrund der Pandemie in den vergangenen Monaten keine Berufsorientierungsveranstaltungen stattgefunden haben. Er zeigte sich überrascht, aber erfreut, dass es trotz der Corona-Krise kaum Stornierungen von Ausbildungsplätzen gegeben habe: „Wir dachten, die Unternehmen sind zurückhaltender.“ In Berlin seien dagegen 30 Prozent der Angebote zurückgenommen worden.

Bis Ende September sind Bewerbungen möglich

Jens Liebelt, der Leiter des BBZ, bestätigt, was der Staatssekretär sagte: „Durch die Corona-Krise gab es keine Messen, wir sind auch nicht so in die Schulen gegangen, wie wir es normalerweise tun.“ Und da noch Ausbildungsplätze verfügbar sind, könne man sich nun bis Ende September bewerben. Gesucht werden Elektroniker sowie Industriemechaniker. Und auch für das Duale Studium sind Bewerbungen gern gesehen.

Gute Chance auf Übernahme

Man habe zwar vieles über die sozialen Medien an die Jugendlichen herangetragen, aber das allein reiche vielen dann doch nicht. Hinzu komme, dass viele durch die Kurzarbeit im Werk aufgrund der Corona-Krise verunsichert gewesen seien. Liebelt ist dennoch zuversichtlich, die noch leeren Lehrstellen füllen zu können. Denn eine Übernahme nach der Ausbildung war bei ArcelorMittal bislang immer ziemlich sicher. Sollte es am Ende mehr Bewerber geben als freie Ausbildungsstellen, dann hebe man die Papiere gleich fürs kommende Jahr auf.

Schnuppertag im Oktober

Die Azubis kommen laut Liebelt vor allem aus der Stadt und der Region, und da insbesondere von den Kooperationsschulen. Dazu gehören unter anderem die Gesamtschule 3 mit gymnasialer Oberstufe in Eisenhüttenstadt, die Rahnschulen in Neuzelle, aber auch Schulen aus Beeskow und Frankfurt. Doch was macht diese Kooperation aus? „Wir ermöglichen den Schülern Praktika“, betont Liebelt. Zudem würden Azubis in die Schulen gehen, um dort beispielsweise Unterricht in Physik und Elektrotechnik zu geben.“ Der direkte Kontakt zahlt sich offenbar aus.
Wer Informationen über das BBZ haben möchte, für den gab es bislang auch die „Lange Nacht der Ausbildung.“ Die wäre Ende September gewesen, fällt aber wegen der Corona-Pandemie aus. „Aber wir werden im Oktober trotzdem unsere Türen für einen Schnuppertag öffnen“, verrät Jens Liebelt.