Von ihrem Stützpunkt – der einstigen Aral-Tankstelle an der Lindenstraße (alte B 112) –fahren "Die Fünf von der Tankstelle" in diesen Tagen Ziltendorf an. Dort ist für den Weihnachtsmarkt am 8. Dezember die Beleuchtung anzubringen. Weihnachtlich dekorieren sie kommunale Grundstücke mit von Firmen gesponserten Schmuckbögen oder sorgen für die Aufstellung von Parkverboten – etwa für den Weihnachtsmarkt am 14. Dezember in Brieskow-Finkenheerd.
600 Gullys sind zu reinigen
Christian Jacksch (36) leitet die schnelle Einsatztruppe. Er ist zudem Brandschutz-Sachbearbeiter im Amt. Seine Kollegen leisten vielfältigste Arbeiten. Sie pflegen Grünflächen oder säubern – wie ab dieser Woche – die mehr als 600 Gullys in den Gemeinden. Mit einem Sinkkastenreiniger-Anbaugerät werden die bis zu 55 Kilogramm schweren Behältnisse hydraulisch und körperschonend gehoben und entleert. "Das ist schon allein in Brieskow-Finkenheerd mit seinen 236 Gullys eine Mammutaufgabe", meint der Wirtschaftshof-Leiter. Flexibel erledigen seine Leute Hausmeisterarbeiten im Rathaus, in den Bürgerhäusern, Kitas und Horten. Sie überprüfen Mülleimer und Parkbänke, kontrollieren Spielplätze, Bushaltestellen oder Verkehrs-Schilder. Ist eines umgefallen, beheben sie den Schaden sofort. Das Aufgabenspektrum "hat keinen Anfang und kein Ende", sagt Christian Jacksch.
Über den Internet-Bürgerservice Maerker kann man als Dorfbewohner die Verwaltung auf Probleme der öffentlichen Infrastruktur hinweisen. Die Reaktionszeit im Amt hängt dann davon ab, worum es geht. "Stört ein klapperndes Verkehrsschild, wird die Schraube von uns festgezogen und fertig!", nennt Christian Jacksch ein flottes Beispiel. Geht es um eine defekte Straßenlaterne, dauert das schon länger. "Da wir in Elektrik nicht geschult sind und alles einer Prüfung bedarf, aktiviert die Verwaltung danach Fachfirmen", erläutert der Wirtschaftshof-Leiter die Prozedur.
Als jüngst im Pflasterweg in Ziltendorf herabhängende Äste an 36 Pappeln in 30 Metern Höhe eine Gefahr darstellten, "sperrte der Wirtschaftshof den Bereich zunächst ab", erzählt Amtsdirektor Danny Busse. Der Kommunalbetrieb hätte Spezialtechnik mit Hebebühne anmieten müssen. Danny Busse: "Die Arbeiten mussten ausgeschrieben werden" und konnten nach den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes erst ab 1. Oktober ausgeführt werden. In der Regel aber ist der Wirtschaftshof flexibel wie eine Task-Force. Zumal seine Mitarbeiter verwaltungsintern, aber auch auf ihren Handys den Prüfungsstand der Verwaltung zu den Bürgerhinweisen auf der Internet-Plattform Maerker kennen und danach handeln.
Ärgernis: Hundekot im Mäher
Hundekot lässt sich jedoch online nicht eindämmen. Dieser stellt gerade im großen Brieskow-Finkenheerd ein Problem dar. Wirtschaftshof-Leiter Christian Jacksch: "Auf den Grünflächen kommt man nicht überall mit dem Rasenmäher hin und viele Hundehalter entsorgen nicht die Exkremente ihrer Vierbeiner. Wenn man dann mit dem Rasenmäher oder dem Freischneider arbeitet … –  also, ich habe es mehrfach erlebt, dass der Kollege vor mir stand und von unten bis oben – bis ins Gesicht – mit Hundekot voll war." Das sei dann mental schon herausfordernd.