Mit seinem Buch ",Woltersdorf' - ein Ort im Dritten Reich" hat der passionierte Ortshistoriker und Bestatter nun eine 352 Seiten starke Chronik der Jahre im Nationalsozialismus vorgelegt, mit der er zeigen will, wie genau solch eine kleine braune Zelle funktioniert hat und welchen Beitrag sie zum Funktionieren des Systems beisteuerte. Das Interesse an dieser Aufklärung ist offenbar groß in Woltersdorf. Als Ramm am Donnerstagabend sein Buch in der Alten Schule vorstellte, war der Saal mit mehr als 60 Zuhörern gut gefüllt.
Gut 100 Dokumente aus dem Buch, darunter zahlreiche Fotos aus der Zeit von 1933 bis 1945, zeigte er - verbunden mit kleinen Anekdoten. So erfuhr das Publikum, dass es in Woltersdorf etwa 700 NSDAP-Mitglieder gab. Zwei von ihnen: Dorf-Pfarrer Otto Wendt und seine Frau Anne. "Das zeigt die Verquickung von Staat und Kirche", so Ramm. Er veranschaulichte aber auch die Widersprüche in der Gesellschaft anhand von Familien, in denen die Eltern stramme Nazis waren und der Sohn Widerstandskämpfer. Er wolle eine Bestandsaufnahme dieser Zeit liefern. Darum, "herauszufinden, wer der übelste SS-Mann Woltersdorfs war", sei es ihm nicht gegangen. Mehr als 25 Jahre hat Gerald Ramm in Archiven und von der Bevölkerung Fotos, Dokumente und Geschichten gesammelt. Am Ende seiner Vorstellung gab es donnernden Applaus und viele Buch-Käufer.
Das Buch (40 Euro) ist in der Rüdersdorfer Straße 105 erhältlich; ab Januar für 45 Euro im Buchhandel