Pheline Malchow war kurzfristig als Babysitterin eingesprungen. Als die 14-jährige Schöneicherin mit dem dreijährigen Kind alleine war, fing es an zu weinen. "Ich wusste nicht, was ich machen sollte." Am Ende ging sie eine Nachbarin holen, das Kind beruhigte sich wieder. Mit einer solchen Situation gut umgehen - das ist das Ziel des Kurses, den Antje Flemming vom Familienzentrum der Christlichen Kita am Sonnabend in der Alten Schule gegeben hat, ehrenamtlich. Weil die Anfragen sich häuften, hat Antje Flemming nach längerer Zeit wieder einen solchen Kurs angeboten. Es geht um Notfälle, Grundlagen der Entwicklung von Kindern, Pflege und Ernährung, aber auch um Rechtsfragen und Werbung.
Phelines Freundin Manon Chauvet hat auch schon auf Kinder aufgepasst, und ihr ist klar, was einige Grundvoraussetzungen sind. "Man muss sich schon mit dem Kind beschäftigen, und wenn es eben spuckt, dann gehört auch Aufwischen dazu."
Bei vielen Themen bringen die Mädchen Erinnerungen an ihre eigene Kindheit ein. Lea Lorenz weiß von ihrer Mutter, dass sie selbst sich immer die Haare machen wollte - Eigenheiten, die Babysittern auch im Umgang mit einem kleinen Kind leicht begegnen können. Ein großes Thema ist auch Wickeln. Manon hat es einmal gemacht. "Es war schon eine Stinkbombe", sagt sie. Pheline dagegen sagt strahlend: "Ich find Wickeln total cool, das macht voll Spaß." Lea hat einen Rat, den Antje Flemming ausdrücklich unterstützt: Babysitter wickeln die Kinder am besten auf dem Boden - natürlich auf einer Decke oder irgendetwas anderem. Der Grund ist einfach. "Es gibt nichts Schlimmeres, als dass ein Kind sich plötzlich dreht und vom Wickeltisch fällt."
Am Ende des Vormittags erhalten die Mädchen eine Teilnahmebescheinigung - und sie werden in eine Datei aufgenommen, auf die das Christliche Familienzentrums zurückgreifen kann, wenn Eltern nach Babysittern fragen. Herausgegeben werden Daten aber nur mit Zustimmung der jungen Babysitterinnen.