Unmittelbar nach Spielende düste Trainer Sebastian König als Gast zu einer Hochzeit. So ordnete Germania-Co-Trainer Christian Schröder die knappe Niederlage ein: "Es war das erwartet schwere Spiel. Aber Kompliment, wie wir das hier gestaltet haben: diszipliniert gegen den Ball gearbeitet, mit läuferischen und kämpferischen Einsatz es den Lichtenbergern schwer gemacht. Natürlich kann man nicht alles verhindern. Flanke und Tor machen sie schon sehr gut - natürlich ein bisschen unglücklich für uns", brachte es Königs Assistent auf den Punkt.
Denn im ersten Durchgang waren die Randberliner die bessere Mannschaft. Den Hausherren fiel gegen die gut gestaffelte Germania-Abwehr kaum etwas ein, während die Gäste nach einem Freistoß von David Karlsch (15.) und je zweimal durch Anton Grabow (17., 26.) und Alexander Schadow (29., 43.) vor dem 47erKasten gefährlich wurden.
Erst nach der Pause zeigten die Hauptstädter mehr Offensivdrang. Beim Kopfball von Max Richard Ohlow (47.) klärten Gäste-Kapitän Stephan Gill und Keeper Daniel Klose im Verbund. Machtlos war Klose indes beim wuchtigen Kopfball von Thomas Brechler, der mit seinem 14. Saisontreffer das Tor des Tages erzielte. Der Flanke von der rechten Seite durch Emre Yildirim war eine Hackenablage des Ex-Schöneichers Daniel Wahl vorausgegangen.
Dem Rückstand liefen die Germanen in der verbleibenden halben Stunde vergeblich hinterher, ein Abschluss von Grabow war zu harmlos (72.). Vielmehr hatten die Lichtenberger durch Wahl (74.), noch einmal Brechler (77.) und Christian Gawe (86.) gute Möglichkeiten zu erhöhen.
Bitter für die Brandenburger Gäste das Ausscheiden von Mittelfeldmann Grabow: Der 21-Jährige musste wegen Knieproblemen verletzt raus. Das Auswechselkontigent war da schon erschöpft.
SV-47-Trainer Uwe Lehmann lobte den Schöneicher Auftritt: "Gerade in der Rückrunde hat sich die Mannschaft stabilisiert, ist auswärts eines der besten Teams. Es war schwer, uns da durchzuspielen." Der Verlierer rutschte durch den Seelower Sieg über Spitzenreiter FSV Union Fürstenwalde aber zurück auf den achten Tabellenplatz.
Als Kiebitz hatte sich Ex-Germania-Coach Tom Persich unters Publikum gemischt und sprach nach dem Abpfiff lange mit seiner ehemaligen Truppe um Klose und Karlsch, Ronny Huppert und Paul Mitscherlich. Der 44-Jährige amtiert beim VfB IMO Merseburg in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt und hegt als Tabellenzweiter miz zwei Punkten Rückstand auf den Stadtrivalen SV Merseburg noch leise Aufstiegsambitionen in die Oberliga Süd.
SV Lichtenberg 47: Kempter - Wahl, Runge, Reiniger, Ohlow - Banze, Mayoungou - Yildirim (76. Schmidt), Gawe, Bandermann (60. Loder) - Brechler (84. Künne)
Germania Schöneiche: Klose - Kulecki (63. Arndt), Huppert, Gruner, Beyer - Grabow, Tuchtenhagen, Gill, Karlsch - Reischert (60. Istvanic), Schadow (76. Borchardt)
Tor: Thomas Brechler (59.) - Schiedsrichter: Christoph Dallmann (Rostock) - Zuschauer: 178