Mehr als 100 Gäste kamen am Sonnabend zur Eröffnung einer Gemeinschaftsausstellung über den als Fidus bekannten Hugo Höppener in die Alte Schule. Anlass für die Künstlerwürdigungen sind zwei Daten in diesem Jahr. Der 70. Todestag Fidus’ im Februar und sein 150. Geburtstag im Oktober.
Eingeladen hatten die beiden großen Kulturinstitutionen des Ortes, der Woltersdorfer Verschönerungsverein Kranichsberg (WVV) und der Verein Kulturhaus Alte Schule. Beide haben jeweils eine Ausstellung zu Fidus umgesetzt, die nacheinander eröffnet wurden.
Im Heimatmuseum im Obergeschoss der Alten Schule ist nun die Werkschau „Begegnung mit Fidus“ zu sehen, die unter Federführung des WVV und seiner Vorsitzenden Gisela Schuldt initiiert wurde. Gestaltet haben sie die Vereinsmitglieder Norgard Kreiser, Wolfgang Funkhauser und Elke Gruse, die einst die Kleine Kulturbundgalerie in Berlin-Weißensee leitete und bereits einige Fidus-Ausstellungen umgesetzt hat. Elke Gruse hatte eine beeindruckende Rede geschrieben, die von WVV-Mitglied Bärbel Kawretzke-Hähner vor dicht gedrängten Besucherreihen, darunter Bürgermeisterin Margitta Decker, in dem Ausstellungsraum vorgetragen wurde. Die Gäste erfuhren, wie aufwendig es war, die Schau auf die Beine zu stellen. Acht Monate wurden dafür gebraucht.
Das Endergebnis zeigt, wie vielfältig Fidus war, der bis zu seinem Tod 1948 etwa 40 Jahre in Woltersdorf lebte. Entstanden sei eine Collage über das Schaffen des Künstlers, wie Elke Gruse schreibt. Der Titel „Begegnung mit Fidus“ habe den Ausstellungsgestaltern die Freiheit gelassen, „Episoden und Begebenheiten auszuwählen, die uns wichtig erschienen“. Die Lebensdaten Fidus’ hätten dabei als Leitlinie gedient. Die Ausstellung ist nach Schwerpunkten wie „Studienzeit in München“ und „Zeugnisse seines Lebens und Schaffens in Woltersdorf“ gegliedert. In neun Vitrinen, zwei Fensterbildern, zwei Wandklappbüchern sowie an vier Wänden ist das kulturelle Erbe von Fidus mit Zeitzeugnissen, Fotos, Reproduktionen und Drucksachen dargestellt, verbunden mit zahlreichen erläuternden Texten. Zu sehen sind auch diverse originale Fidus-Möbelstücke, Leihgaben des Kreisarchivs, und das Gemälde „Traum“, 1904 von Fidus erschaffen und vom Werkbundarchiv „Museum der Dinge“ in Berlin ausgeliehen. Fidus’ Urenkel Matthias Höppener Fidus, der zur Eröffnung gekommen war, zeigte sich begeistert. „Ich habe die Ausstellung bisher nur kurz durchgescannt, aber schon gesehen, dass schöne Momente und Werke aus seinem Leben und Schaffen herausgepickt wurden.“ Elke Gruse machte am Ende ihrer Rede noch den Vorschlag, in Anbetracht der Fidus-Ehrung in diesem Jahr unter den Straßenschildern „Fidus-allee“ in Woltersdorf kleine Tafeln anzubringen, die auf den Künstler verweisen.
Im Erdgeschoss wurde dann die Ausstellung „Licht – Begegnung mit Fidus heute“ eröffnet, die der Verein Kulturhaus Alte Schule auf den Weg gebracht hatte. Woltersdorfer Künstler zeigen mit Bildern und erläuternden Gedanken, die im Ausstellungsraum ausliegen, was sie mit dem Thema Licht, mit dem sich Fidus auseinandersetzte, verbinden. Ganz besonders sind Werke von 25 Achtklässlern der Morus-Oberschule in Erkner, die sich eine Woche lang mit Fidus beschäftigten. Niklas Schulz und Tim Gäbel aus Woltersdorf bauten eine Fidus-Sonne aus Holz mit Metallstäben als Strahlen. Andere malten Graffitis zum Thema Fidus und Licht.
Die Ausstellung im Heimatmuseum ist bis Ende Dezember zu sehen, mittwochs von 11 bis 13 und sonnabends von 14 bis 18 Uhr, die im Erdgeschoss bis 6. Juli: mittwochs von 9–13 und sonnabends von 14–18 Uhr.