Für Natalia Irina Roman ist das ein Glücksfall. Die Künstlerin hat die Installation geschaffen. Kunst im öffentlichen Raum strebt immer danach, die Wahrnehmungsschwelle von Menschen zu überwinden, die gar nicht nach Kunst gesucht haben. „Along the Lines“ („entlang den Linien“) heißt das Projekt, das bis 4. November außer zwei stillgelegten Stellwerken in Erkner weitere in Berlin nutzt, in Tempelhof und an der Frankfurter Allee.
Entstanden ist das Projekt, erzählt die Berlinerin, in langen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Zentrales Ziel: Stillgelegte Stellwerke, wie die in Erkner, sollen langfristig eine Plattform für Kunst im öffentlichen Raum werden; deswegen ist das aus dem Hauptstadtkulturfonds geförderte Projekt mit zwei Podiumsdiskussionen in Berlin verbunden. Die junge Frau hat sämtliche Strecken im Netz der Berliner S-Bahn abgeklappert und ist dabei eben auch darauf gestoßen, dass es in Erkner zwei solcher Stellwerke gibt. Außer dem genannten mit dem Namen ERK ist das eines mit dem Namen EM, das nicht öffentlich zugänglich ist und an den Gleisen liegt, die in das Depot der Historischen S-Bahn liegen.
. Die bläulich schimmernde Lichtinstallation darin ist nur für S-Bahn-Fahrer zu sehen, und für die auch nur wenige Sekunden. Eingeschaltet sind die LED-Leuchten in beiden Stellwerken von 6 bis 7 und von 20 bis 22 Uhr.
Thema der Installationen sind die vier Jahreszeiten. Am Stellwerk ERK wird der Herbst inszeniert, deshalb der abgestorbene Maulbeerbaum. Getrennt davon wird ein Fenster im Obergeschoss gelegentlich in blaues Licht getaucht – als wenn dort jemand wohnte und sein Schlafzimmer hätte, so die Künstlerin.