So meldete sich am Sonntagnachmittag pünktlich zum Ende der Sommerferien auch das Kulturhaus "Alte Schule" in Woltersdorf zurück und öffnete seine Pforten. Es war eine Vernissage der besonderen Art, denn Ringo Effenberger zeigte nicht nur seine Ausstellung "VersuchsWeisen & AugenBlicke", sondern inszenierte über eine Stunde lang ein wundervolles Programm, das von mehr als 70 Gästen begeistert aufgenommen wurde.
Der Hobbyfotograf und Dichter wohnt in Woltersdorf und arbeitete 16 Jahre lang als Pfarrer in Rüdersdorf. Vor knapp einem Jahr suchte er noch einmal eine neue berufliche Herausforderung, ist nun als Seelsorger im Krankenhaus Berlin-Friedrichshain tätig. Das Fotografieren hat er schon als Zwölfjähriger für sich entdeckt: "Ich hatte eine kleine Knipse und fotografierte alles, was mir über den Weg lief, entwickelte wohl so einen Blick für das Besondere." Seinem Hobby frönt der 51-Jährige voller Leidenschaft und erzählt mit herzhaftem Lachen: "Meine Familie war im Urlaub oft genervt, weil ich überall stehenblieb und durch die Kamera schaute." Immerhin muss er seinen Sohn Willi damit sehr inspiriert haben - er arbeitet als Fotograf.
Das Schreiben von Gedichten kam für Ringo Effenberger "wie von selbst": "Was mich im Leben bewegt, drücke ich in Versen aus. Es ist meine Art, Erlebnisse zu reflektieren und zu verarbeiten." Kombiniert mit den Fotografien - Motive aus aller Welt zwischen Barcelona, Havanna, Oybin, Erfurt, Martinique und Nova Scotia in Kanada - entstand eine wunderbare Ausstellung im Woltersdorfer Kulturhaus, die bis 12. Oktober zu sehen ist und bei den ersten Betrachtern ein positives Echo auslöste.
So zeigte sich Katrin Adler sehr überrascht - sowohl von den Fotos als auch den Gedichten. Die Woltersdorferin kennt den Hobbykünstler schon länger: "Mich hat vor allem der Titel der Ausstellung neugierig gemacht", sagte sie. "Ich kenne ihn als Menschen mit tiefgründigen Gedanken, doch diese Feinsinnigkeit der Bilder habe ich ihm nicht zugetraut. Wunderbar!"