„Lesen gegen das Vergessen“ ist der Titel einer Veranstaltung, mit der die Gemeindebibliothek in der Dorfaue am Mittwoch, um 18 Uhr, an die von den Nationalsozialisten organisierten Bücherverbrennungen im Jahr 1933 erinnert. Den 85. Jahrestag nutzte Gemeindevertreter Fritz Viertel für eine parteiübergreifende Initiative. So werden in der Bibliothek Vertreter verschiedener Parteien sowie der evangelischen Kirchengemeinde Texte von Autoren lesen, die einer nationalsozialistischen Propaganda zum Opfer fielen, geächtet und verfolgt wurden.
Umrahmt wird das Programm von Kirchenmusikdirektor Lothar Graap, der das barbarische Geschehen hörbar macht. Seit seiner Versetzung in den Ruhestand ist er Wahl-Schöneicher: „Ich lebe nun schon zwanzig Jahre hier, leite seit zehn Jahren ehrenamtlich den Ökumenischen Chor. Als ich gefragt wurde, ob ich mitmache, habe ich sofort ja gesagt. Schließlich ist 1933 mein Geburtsjahr“, erzählt er.
Auch der Berliner Metallgestalter Achim Kühn hat sich bereit erklärt, seine bereits mehrfach gezeigte Ausstellung „Bücher aus dem Feuer“ in die Schöneicher Gemeindebibliothek zu geben. Die aus Stahl geschmiedeten kunst- und sinnreichen Skulpturen, darunter ein „Buch der Erinnerung“, werden noch bis zum 7. Juli zu sehen sein, begleitet durch ein Faltblatt mit entsprechenden Informationen.
Annett Dreher, Leiterin der Schöneicher Gemeindebibliothek, ist fasziniert von dem bürgerschaftlichen Engagement, das diesen Abend und die Ausstellung ermöglichte: „Die Organisation des Projekts war eine großartige Teamarbeit. Ich freue mich auf einen interessanten, ganz sicher auch für unsere Bibliothek wichtigen Abend, für den ich schon heute sehr dankbar bin.“