Damit stehen Kosten in Höhe von 600 000 Euro, die nach derzeitigen Schätzungen noch aufgewandt werden müssen, um den Steg denkmalgerecht zu sanieren, nur noch die Aussicht auf 180 000 Euro Fördermittel gegenüber. Entscheidend dafür, dass aus der Aussicht auf das Geld ein Fördermittelbescheid wird, dürfte auch nach Einschätzung von Lothar Eysser, dem Vorsitzenden des Fördervereins Flakensteg, die Kofinanzierung durch Spenden werden. Bisher hat der Verein nur Spenden von Privatleuten eingesammelt - "mal 10, mal 100 Euro", sagt Eysser - keine Summen, mit denen sich irgendetwas ausrichten lässt.
Eysser, der Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung ist, musste sich dort einer kritischen Bürgerfrage stellen, wegen des jüngsten Spendenaufrufs des Fördervereins. Der sei mit "sanftem Druck" auf die Kommunalpolitiker geschrieben gewesen; dabei liege eine Sanierung des Stegs doch nur im Interesse der Anwohner der Flakenstraße, zu denen Eysser selbst gehört.
Das war nun genau der Eindruck, gegen den Eysser und der Förderverein kämpfen. Sie haben 1381 Unterschriften für eine Sanierung gesammelt, hauptsächlich, um zu zeigen, dass keineswegs nur Anwohner der Flakenstraße das Anliegen unterstützen. Ein persönliches Interesse als Motiv weist Eysser von sich: "Ich könnte sagen, wenn keiner über den Steg kommt, habe ich meine Ruhe."
Der 1916 errichtete Steg für Fußgänger und Radfahrer ist bekanntlich vor sieben Jahren gesperrt und danach demontiert worden. Nach der Sperrung wurde er auf Initiative von Anwohnern unter Denkmalschutz gestellt; das treibt die Kosten für eine Sanierung. Die Stadtverordneten hatten schon einmal beschlossen, um Entlassung aus dem Denkmalschutz zu bitten, damit an derselben Stelle eine andere Brücke gebaut werden kann. Daran glaubt Bürgermeister Jochen Kirsch nicht mehr. "Der Denkmalschutz wird mit Sicherheit nicht aufgehoben", sagte er. Mit der Unterschriftensammlung würden falsche Hoffnungen geweckt. Die Sanierung werde auch nächstes Jahr nicht im Haushalt stehen. Mitte Oktober soll bei der Oberen Denkmalbehörde beraten werden, wie es weitergehen könnte.