Ernüchternd-bittere Einsichten, Fantasie und tiefverwurzelte humanistische Ideale liegen in den Liedern von Gerhard Schöne oft nah beieinander. Erinnert sei nur an den Song über den freundlichen Riesen Glombatsch, der wegen seines ungewöhnlichen Äußeren keine Freunde findet. Oder an das Lied über den Jungen Axel, der früh lernt, wie leicht Leute auf schlau klingende, doch nichtssagende Floskeln hereinfallen.
Gleich zwei Konzerte gibt Gerhard Schöne am kommenden Sonnabend (14.1.) in der Kulturgießerei Schöneiche bei Berlin. Der Familientermin „Das Kinderlieder-Alphabet“ um 15 Uhr ist ebenso wie der Liederabend für Erwachsene (“Ich pack in meinen Koffer“) um 20 Uhr bereits ausverkauft.
Die MOZ verlost jedoch für jedes der beiden Konzerte noch 2x2 Karten. Wer Interesse hat, mit einer Begleitung am Samstag ins Konzert zu gehen, kann am Mittwoch (11.1.) zwischen 7 und 8 Uhr morgens unter folgender Nummer der MOZ-Erkner anrufen: 03362 580952. Stichwort: „Glombatsch“. Es gewinnen die ersten vier Anrufer. Wer früh dran ist, hat die Wahl zwischen beiden Konzerten (der Rechtsweg ist ausgeschlossen).

Gerhard Schöne regelmäßig zu Gast in Schöneiche

In Schöneiche ist Gerhard Schöne immer wieder gefeierter Gast. Nachdem der Buschfunk vor mehr als 10 Jahren den Kontakt mit der Kulturgießerei angebahnt hatte, kommt der Künstler, geboren 1952 im sächsischen Coswig, fast alle zwei Jahre zu gut besuchten Konzerten in den Ort. Die Firma Buschfunk ist als Musikverlag und Agentur spezialisiert auf Künstler mit Wurzeln im Osten Deutschlands.
Beim Buschfunk ist vergangenes Jahr auch die Kinderlieder-CD von Schöne und dem Kinderchor des Gewandhaus Leipzig erschienen. Beate Simmerl, die als kürzlich verabschiedete Geschäftsführerin der Kulturgießerei die Tradition der Schöne-Konzerte in Schöneiche mitgepflegt hat, schätzt den Künstler wegen seiner „Ehrlichkeit und seines Humanismus“ und rechnet sich selbst zu den Fans: „Gerhard Schönes Musik hören jetzt schon drei aufeinander folgende Generationen“, so Simmerl. „In die Konzerte in Schöneiche kommen inzwischen Erwachsene, die selbst mit Gerhard Schönes Liedern aufgewachsen sind, zusammen mit ihren Enkeln.“

Zum Geburtstag kein Blut und keine Umweltkatastrophen

Gerhard Schöne, der in diesen Tagen 71 Jahre alt (10.1.) wird, hat sich einst selbst ein Geburtstagsständchen komponiert – mit dem er umfassende Wünsche kundtut: „Bitte, heute kein Blut“, „keinen Anschlag“, „keine Toten“ in den Konfliktgebieten der Welt, keine Kinderarbeit, keine Umweltkatastrophen und auch keine rassistischen Witze. Stattdessen wünschte der Sohn einer evangelischen Pfarrersfamilie sich Schampus, gute Ideen beim Komponieren und vielleicht ein „Rendezvous im Bett“. Mögen die Wünsche in Erfüllung gehen.