Auch das Rückspiel gegen den Aufstiegsfavoriten A!B!C! Titans Bergisches Land aus Wuppertal haben die Volleyballer der TSGL Schöneiche in der 2. Bundesliga Nord mit 0:3 verloren. Dabei waren sie aber in zwei Durchgängen (26:28, 23:25) knapp vor einem Satzgewinn.
Diese Tatsache ließ den jungen TSGL-Trainer Björn Matthes milde über die zahlenmäßig klare Niederlage in der heimischen Halle an der Dorfaue urteilen. "Wir müssen die Köpfe nicht hängen lassen. Obwohl es angesichts des Spielverlaufes etwas enttäuschend ist, dass wir nicht wenigstens einen Satz gewonnen haben. Wir haben gegen einen starken Gegner zwei Sätze lang sehr gut gespielt, uns aber selber nicht belohnt", sagte der 30-Jährige, der in der vergangenen Saison noch selbst das Trikot der Wuppertaler als Spieler getragen hatte.
In den angesprochenen Sätzen offenbarte sich auch der Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Während bei den die Randberlinern, deren Etat geschätzt ein Sechstel des Kontrahenten beträgt, alle Spieler einer Arbeit nachgehen oder studieren, beschäftigen die Westdeutschen rund eine Handvoll Profis aus aller Herren Länder - Finnland (Tomi Rumponen), Dänemark (Daniel Thomsen, Peter Lyck Hansen), Kanada (Anthony Zylstra), Polen (Michal Kotas), deren Trainingsumfang ein Vielfaches beträgt. "Dieser Trainingsvorsprung war der Unterschied. Die waren auch in engen Situationen sicher und haben einfach die Aufgaben und Schmetterbälle übers Netz gehauen", fand Geburtstagskind Matthias Penk, der 24 Jahre alt wurde.
Bereits im ersten Satz hatten die Schöneicher eine Lehrstunde in Sachen Block, Annahme und Spielaufbau erhalten. Dieser ging schmerzhaft mit 16:25 verloren. Dennoch rafften sich die Gastgeber auf. Bei 20:19 führte die TSGL im zweiten Abschnitt unter dem Jubel ihres begeisterten Publikums erstmals. Titans-Trainer Georg Grozer nahm zwei Auszeiten, die nicht zu fruchten schienen. Aber bei drei Satzbällen scheiterte Schöneiche durch leichte Fehler bzw. einen ins Aus geschlagenen Aufschlag. Auf der anderen Seite schlug der Däne Lyck Hansen clever den Schöneicher Block an und sicherte den Titanen den zweiten Satz.
Auch im dritten Durchgang spielten die Gastgeber durchaus stark auf. Matthes: "Da haben die Jungs locker und mit Biss gezeigt, was in ihnen steckt. Ich habe keinen großen Unterschied mehr zwischen beiden Mannschaften gesehen." Die Folge, war nach dem kuriosen Punktgewinn durch einen Verzweiflungsschlag von Florian Perlick ins gegnerische Feld und einem Missverständnis der Titans, eine 20:16-Führung. Aber auch dieser Vorsprung schmolz. Zwei Blocks gegen Schmetterbälle von Willi Becker sowie Perlick bedeuteten Satz- und Spielverlust.So war die Partie nach 77 Minuten beendet, ohne das die Schöneicher ihr erhofftes Minimalziel erreicht hatten. Es war der Wermutstropfen auf eine starke Leistung.
TSGL Schöneiche: Mathias Penk, Michael Herbig, Florian Perlick, Philipp Jentczak, Alexander Bartosch, Carlo Richardt, Christian Guss, Willi Becker, Paul Boock, Henry Curin