Noch nicht nominiert ist Thomas Nord. Der frühere Landesvorsitzende der Linken hatte 2009 den Wahlkreis mit 32,3 Prozent der Erststimmen gewonnen. Seine Wahl zum Direktkandidaten am Sonnabend in Beeskow ist aber nur Formsache. Bei der Linken rechnet man nicht damit, dass der Erfolg von 2009 wiederholt werden kann. Die SPD könne diesmal wohl auch "einen Besenstiel aufstellen", und der würde gewählt, heißt es im Kreisverband Oder-Spree.
Ganz gewiss kein Besenstiel, sondern ein Kandidat von eigenem Format ist Lars Wendland, den die SPD ins Rennen schickt. Der in Bünde (Westfalen) geborene Bundespolizist ist stellvertretender Bürgermeister von Brieskow-Finkenheerd und stellvertretender Amtsausschussvorsitzender. Bei seiner Wahl musste er sich gegen zwei parteiinterne Konkurrenten durchsetzen: Peter Müller aus Eisenhüttenstadt und Detlef Meine aus Müllrose. Bei der vergangenen Bundestagswahl trat Jörg Vogelsänger aus Erkner für die SPD an. Der jetzige Brandenburger Verkehrsminister unterlag damals mit 28,5 Prozent der Erststimmen knapp gegen Nord. 2005 hatte Vogelsänger das Bundestagsmandat noch geholt (und sich gegen Lothar Bisky, Linke, durchgesetzt).
Bei der FDP tritt erneut Rolf Offermann an. Er ist in Simmerath (NRW) geboren, ist in Frankfurt (Oder) Geschäftsleiter bei der Staatsanwaltschaft und steht dem Frankfurter Kreisverband der Liberalen vor. Bei der Bundestagswahl 2009 holte er 7,5 Prozent der Erststimmen.
Erstmals haben auch die Piraten einen Direktkandidaten für Frankfurt/Oder-Spree bestimmt. Martin Hampel aus Frankfurt (Oder) - dort auch geboren - ist von Beruf Medien- und Erlebnispädagoge und unterrichtet an der Ulrich-von-Hutten-Oberschule. Er wurde vor zwei Wochen bei einem Piraten-Treffen in Strausberg gewählt. Gegenkandidaten hatte er keine. Obwohl er das Direktmandat kaum gewinnen dürfte, hat er nicht versucht, über die Landesliste seiner Partei seine eigenen Chancen zu erhöhen. Er sehe seine Zukunft ohnehin eher in der Kommunal- oder Landespolitik, sagt er.
Noch offen ist, wer bei der CDU das Rennen macht. Vor vier Jahren trat der Frankfurter Christian Römhild für die Union an, holte aber nur 22,4 Prozent der Erststimmen. Für die Direktkandidatur 2013 gibt es derzeit drei Kandidaten: den früheren Frankfurter Oberbürgermeister Martin Patzelt, den Fürstenwalder Fachbereichsleiter Ingo Wetter, der den Kreisvorstand in Oder-Spree hinter sich weiß, und Michael Werner Nickel aus Wellmitz bei Neuzelle. Der CDU-Kandidat wird am Freitag, 23. November, bei einem Treffen im Beeskower Spreepark gewählt.
Die Grünen lassen sich mit ihrer Kandidatenkür noch Zeit. Gewählt wird laut Kreisgeschäftsstelle wahrscheinlich im Januar oder Februar 2013. Offizielle Kandidaturen seien noch nicht bekannt, heißt es. 2009 trat die Vorsitzende des Grünen-Landesverbands, Annalena Baerbock, an und holte 5,6 Prozent der Stimmen.
Die Direktkandidaten der Parteien werden auf regionalen Versammlungen bestimmt, die auf die Wahlkreise zugeschnitten sind. Wer in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen holt, gelangt direkt in den Bundestag, ganz egal, wie seine Partei sonst abschneidet. Politiker können aber auch über die Landesliste einer Partei in den Bundestag gewählt werden. Ob der jeweilige Listenplatz ausreicht, hängt dann vom Gesamtergebnis der Partei bei der Wahl ab.