Die Veranstaltung ist Auftakt zu einer neuen Reihe, die Inés Burdow und Katrin Fleischer, die Vorsitzende des Vereins Kulturhaus Alte Schule, ins Leben rufen. Literatursalon heißt sie - angelehnt an die Salon-Kultur des vergangenen Jahrtausends und die künstlerische Strahlkraft Woltesdorfs vor 100 Jahren. Etwa alle zwei Monate ist eine Lesung geplant. "Die Idee ist es, Bücher unabhängiger Verlage zu präsentieren, einen Ort des Gesprächs zu schaffen, einen Treffpunkt mit Themen, die mit unmittelbarer Geschichte, und zwar unserer Geschichte zu tun haben", heißt es in der Ankündigung.
Edith Anderson passt ins Raster. Die Amerikanerin lernte in New York den Deutschen Max Schröder kennen, der nach dem Krieg zurück in seine Heimat wollte, um dort etwas aufzubauen. Sie folgte ihm 1946 nach Berlin. "Mit dem Blick von außen beschreibt Edith Anderson die Anfänge nach dem Krieg, über die man wenig weiß, weil man heute nur ein geglättetes Bild bekommt", beschreibt Inés Burdow, was sie an dem Stoff fasziniert. "Edith Anderson bleibt in Berlin, obwohl man sie als Eindringling betrachtet und sich fragt, warum sie nicht in ihr Paradies zurückkehrt."
Inés Burdow stammt aus Strausberg, zog nach Berlin, schloss sich einer Künstlergruppe an, baute bei Pasewalk ein Kunsthaus mit auf, spielte am Berliner Ensemble, absolvierte eine Schauspielausbildung, gab die Titelrolle in der Oper "Linkerhand" von Moritz Eggert, drehte für ARD und ZDF (Das Kindermädchen), ist Autorin und schrieb beispielsweise "Die Unvollendete" - über Brigitte Reimann. Seit vier Jahren lebt sie mit ihrem Lebensgefährten in Woltersdorf.
Freitag, 20 Uhr, Eintritt 10 Euro, Reservierung: post@alte-schule-woltersdorf.de