"So ganz ungewohnt ist der Posten für mich allerdings nicht", sagt der 53-Jährige Computerspezialist, der in Berlin bei einem Versicherungskonzern beschäftigt ist und seit 2008 in Schöneiche lebt. "Als ich noch in Berlin wohnte, war ich Co-Sprecher in Treptow-Köpenick."
Als eines seiner wichtigsten Aufgabenfelder nennt der neue Grünen-Chef die Energiepolitik in Oder-Spree. Seiner Meinung nach sollten auch im Kreis Gemeinden den Weg gehen und die Energieerzeugung, den Vertrieb und den Transport in die eigene Hand nehmen. "Am besten natürlich mit benachbarten Kommunen zusammen", wünscht sich Fischer.
In Oberhavel gebe es aktuelle Beispiele für die Einrichtung eigener Stadtwerke zur dezentralen Energieversorgung. Weiterer Effekt einer solchen Rekommunalisierung: Die großen Konzerne verlören an Macht.
Ebenso "grün" ist Fischers Forderung nach einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs beziehungsweise dessen Beibehaltung.
Parteiintern möchte Fischer erreichen, dass sich die Partei wieder besser aufstellt. Zwar sind die Grünen mit immerhin zwei Abgeordneten im Kreistag vertreten. Aber Thomas Fischer sagt: "Es könnten noch einige mehr werden." Und verweist dabei auf die Probleme, die viele in der Partei mit seinem abgewählten Vorgänger Johannes Düben hatten, der nun zur Piratenpartei gewechselt ist. "Wir wollen jetzt wieder mehr an einem Strang ziehen", versichert Fischer.
Stichwort Piraten: Wie sehr ärgert einen Grünen die neue Konkurrenz im Parteienspektrum? "Ärgern ist das falsche Wort", sagt Fischer. "Aber ich finde es schade, dass viele Wähler anscheinend damit zufrieden sind, dass eine Partei vor allem Fragen stellt. Wir bemühen uns, auch Antworten zu geben. Was natürlich der schwierigere Weg ist."