Die Entschärfung sei gut gelaufen, berichtete Sprengmeister Ralf-Tore Fabig nach getaner Arbeit. Allerdings habe die Bombe es ihm und seinem Kollegen Robert Kudick schwerer gemacht als nach erster Inaugenscheinnahme vermutet. "Die Zünder sahen eigentlich ganz gut aus. Aber sie waren korrodiert, sodass wir etwas stärker zufassen mussten."
Die Erkneraner Bombe war die 16. für die beiden Sprengmeister, die zum Kampfmittelräumdienst der Polizei gehören und deren Einsatzgebiet der gesamte Landkreis Oder-Spree ist, die 16. seit Jahresbeginn. Die anderen 15 sind im Wald am Berliner Ring gefunden worden, dort, wo Tesla seine Elektroauto-Fabrik bauen will. Alle sind an Ort und Stelle gesprengt worden, das ist den Experten auch die liebere Variante, weil wesentlich ungefährlicher als die Entschärfung, bei der nur die Zünder gesprengt werden. "Der Sperrkreis ist dann der selbe wie bei einer Sprengung", erläuterte Robert Kudick. Aber bei einer Sprengung steige natürlich auch die Gefahr der Beschädigung von Gebäuden, da müsse abgewogen werden. Ein Abtransport des Blindgängers sei jedenfalls keine Option gewesen – ab einem Gewicht von 50 Kilogramm müssten Kampfmittel im Land Brandenburg vor Ort unschädlich gemacht werden. Diese 50 Kilogramm brachte die Erkneraner Bombe auf die Waage, die Hälfte davon machte nach Worten von Ralf-Tore Fabig der Sprengstoff TNT aus. "Das reicht, um das Haus zu zerstören." Entdeckt wurde die Bombe bei Bauarbeiten für einen Pool auf dem Grundstück Am Rund.

Evakuierung verlief problemlos

Dessen Bewohner waren Freitagmittag noch nicht zurück, als die Kampfmittelräumer abrückten. Andere Anwohner kehrten nach und nach wieder. Die Evakuierung am Morgen war nach Worten von Stadtsprecherin Daniela Sell weitgehend problemlos verlaufen. Ein Bewohner der Siedlung habe sich allerdings der behördlichen Anordnung widersetzen wollen.
Anders als Barbara und Ralf Lüttge. Die Eheleute aus dem Semnonenring vertrieben sich die Zeit der Entschärfung in der als Notquartier genutzten Stadthalle – mit Plauderei und Lesen vor allem. Weit weniger Menschen als von der Stadt erwartet taten es ihnen gleich, viele hatten eigene Lösungen für ihren Aufenthalt gefunden. Das gute Wetter habe sicher dazu beigetragen, wie Stadtsprecherin Sell sagte. Abgesichert wurde die Entschärfung durch die Freiwilligen Feuerwehren Erkner und Woltersdorf, den Katastrophenschutz des Landkreises und die Polizei.