Die Sanierung würde nach jetzigem Stand rund 770 000 Euro insgesamt kosten. 170 000 Euro hat die Stadt schon ausgegeben, 600 000 Euro fehlen also noch. Bis zu 300 000 Euro könnte die Stadt an Fördermitteln bekommen - aber nur, wenn sie das andere Geld selbst aufbringt. Bauressort-Leiterin Claudia Günzel sprach von zahlreichen Bittschreiben an Stiftungen und Institutionen aller Art, die immer wieder zu diesem Ergebnis geführt hätten.
Und genau dieser Einsatz von eigenen Haushaltsmitteln, sagte Bürgermeister Jochen Kirsch, SPD-Mitglied wie Eysser, sei "kaum zu verantworten", wenn an anderer Stelle die Bürger beim Straßenbau zu 65 Prozent Beteiligung beim Ausbau und gar zu 90 Prozent der Kosten bei einer Ersterschließung herangezogen würden.
CDU-Fraktionschef Henryk Pilz kritisierte, in der Unterschriftensammlung des Fördervereins werde nicht auf die Kosten eingegangen. Das Vorhaben sei eine "finanzielle Katastrophe für die Stadt".
Eysser, der nur vertretungshalber am Bauausschuss teilnahm, hielt dagegen: Man möge doch beachten, dass schon mehr als 500 Unterschriften zusammengekommen seien. "Wir haben die Möglichkeit, 300 000 Euro zu bekommen." Um diese Chance nicht zu verlieren, "würde ich einen Kredit aufnehmen, wenn ich Bürgermeister wäre". Bei diesem Satz Eyssers lachte Kirsch laut auf und sagte später, für diesen Zweck dürfe die Stadt gar keinen Kredit aufnehmen. Eysser räumte ein, dass er für diese Idee keine Mehrheit im Stadtparlament sehe.
Auch Lothar Kober von der Linken reihte sich in die Front der Skeptiker ein. "Ein Neubau kostet vermutlich viel weniger." Im Moment darf die Stadt aber einen Neubau gar nicht errichten, wegen des Denkmalschutzes. Kober riet, den Steg, der seit Jahren am Ufer steht, weiter liegen zu lassen.
Bei einer neuerlichen Beratung am Mittwoch hat es wiederum keinen Durchbruch gegeben, berichtete Claudia Günzel. Immerhin gab es die Zusage, dass ein Teil der in Aussicht gestellten Fördermittel, 180 000 Euro, weiterhin für den Flakensteg festgehalten werden - auch, um der Bürgerinitiative noch mehr Zeit zu geben, zum Erfolg zu kommen. Im Oktober sollen dann bei einem Treffen in Erkner Entscheidungen fallen.