Die Gemeindevertretung hat jetzt ein sogenanntes Markterkundungsverfahren beschlossen. Damit soll abgefragt werden, wer Interesse daran hat, die Schule zu betreiben. Das sei angebracht, so Sozialamtsleiter Hannes Langen, weil die Alternative, eine Ausschreibung, nicht wirklich in Frage komme. Schließlich geht es nicht um eine Bauleistung.
Überhaupt geht es nicht um irgendetwas, womit Geld zu verdienen wäre. „Wir werden Geld dazugeben müssen“, sagte Monika Kilian (SPD) in der Diskussion – ein Statement, das Bürgermeister Rainer Vogel (Grüne) am Ende wiederholte, damit es sich alle merken. Eine Gewinnerzielungsabsicht, etwa durch Gastronomie denkbar, ist ohnehin ausgeschlossen – das gehört zu den Bedingungen für die Fördermittel, die die Gemeinde für den Umbau bekommen hat. Die Bewerbungen in dem jetzt beschlossenen Verfahren werden bis zum Ende der Sommerferien erbeten.
Katrin Fleischer, die Vorsitzende des Vereins Kulturhaus Alte Schule, zeigte sich gestern erfreut über das Verfahren. „Das macht vieles einfacher“, meinte sie. Sie warb gestern mit ihren Mitstreitern auf dem Marktplatz – die Alte Schule im Hintergrund – um weitere Unterstützung für das Vorhaben, einen Teil des Gebäudes als Betreiber zu übernehmen.
Der Verein hat jetzt einen Aufruf an die Woltersdorfer gestartet, ihre Erinnerungen an die Alte Schule – vor allem in Form von Fotos – zur Verfügung zu stellen, damit daraus eine Ausstellung gemacht werden kann, die – wenn alles klappt – zur Eröffnung gezeigt werden könnte. Fotos werden per Post erbeten an Heidemarie Brauer, Köpenicker Straße 13, 15569 Woltersdorf.
Der im April gegründete Verein ist jetzt förmlich eingetragen; gestern wollte Katrin Fleischer ein Vereinskonto eröffnen. Der Verein hat 30 Mitglieder, darunter fünf institutionelle wie die Kirchengemeinde, außerdem weitere Unterstützer „Wir treffen uns weiter im Café Hummelchen und basteln an unserem Konzept“, so Kathrin Fleischer. Die Grundidee ist, die Räume zu einer Begegnungsstätte für alle Woltersdorfer zu machen, kulturellen Initiativen Platz zu bieten.
Feststeht, dass der Woltersdorfer Verschönerungsverein die erste Etage und einen Teil des Obergeschosses nutzt, um seine heimatgeschichtliche Sammlung zu präsentieren – in deutlich verbessertem Umfeld.