"Diese Ausstellung haben wir uns gewünscht", sagte Kulturhauschefin Katrin Fleischer zur Eröffnung am Sonntag. "Die Bilder passen wunderbar hierher, und ich freue mich schon jetzt, wenn bei unseren nächsten Konzerten junge Musiker unter ihren berühmten Kollegen spielen."
Während einer lockeren Plauderei erfuhren die über 50 Gäste der Vernissage viel Interessantes über die Künstlerin, die in Erkner an der Spree lebt. Daher auch ihr Künstlername, der aus einer Sektlaune heraus entstand. Nach langjähriger Arbeit im sozialen Bereich gab sie vor zehn Jahren ihren Beruf auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen, die, wie sie sagt, zu ihr als Berufung gekommen sei. Zuvor hatte Antje an der Spree bereits etliche Jahre Unterricht genommen. Sie begann mit Wandmalerei, ihr erstes Werk ist noch heute im Friseursalon "Querschnitt" zu sehen, ein weiteres im Bildungszentrum Erkner.
Seit vielen Jahren arbeitet die Künstlerin ehrenamtlich als Sterbebegleiterin. Daher rührte die Idee ihrer Sarg- und Urnenmalerei, die sie als Trauerbewältigung für Angehörige sieht. "So individuell wie das Leben eines Menschen darf sich auch der Abschied gestalten."
Seit fünf Jahren setzt sich Antje an der Spree mit Porträtmalerei auseinander: "Ich wollte Menschen malen, die mich beeindruckt haben", bekennt sie. "Manchmal war es ihr Aussehen, aber auch ihre Leistung und natürlich Musik, die ich liebe."
Nun überraschte Antje an der Spree in Woltersdorf mit großen Porträts in schwarz-weiß. Albert Einstein bildet den Mittelpunkt. "Dieses Gesicht muss man einfach malen", sagt die Künstlerin. "Er war ein humorvoller Mensch. Das gefällt mir." Zudem wollte sie Neues ausprobieren und mit größeren Pinseln arbeiten. "Eine ganz neue Erfahrung, sehr spannend."
Es sind vor allem die Augen, die an ihren Bildern überraschen und den Betrachter magisch anziehen: Sie sind in den großen Schwarz-weiß-Porträts farbig. Man tritt näher heran und entdeckt kleine Details. So erging es vielen, auch Dustin Plitt: "Die Porträts faszinieren mich, vor allem die großen. Sie wirken so plastisch, fast lebendig." Und seine Freundin Irina Krez fügte schwärmend hinzu: "Das quadratische Format wirkt sehr harmonisch auf mich, und die Augen sprechen einen direkt an."