Auch wenn in der Corona-Pandemie kulturell wenig los ist, das Geld fließt trotzdem noch. So hat der Bund jetzt auch zwei Millionen Euro für die Sanierungsarbeiten am Gerhart-Hauptmann-Museum zugesagt. Das Geld fließt aus dem Fördertopf „Nationale Projekte des Städtebaus, Maßnahmen für Jahr 2021“ aus dem insgesamt 75 Millionen Euro für 24 Projekte in ganz Deutschland kommen.

Kulturelles und touristisches Zentrum

.„Die Ausstellung zum Leben und Werk des Literaturnobelpreisträgers soll zu einem kulturellen und touristischen Zentrum der Region ausgebaut werden“, lautet die Begründung für die Förderung des Hauptmann-Museums laut Pressemitteilung der Stadt Erkner. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Dezember beschlossen, sich um die Fördermittel zu bewerben. Seit 2014 unterstützt das Bundesbauministerium Projekte mit „überdurchschnittlicher nationaler Bedeutung und einem hohen Innovationspotential“. Bereits im vergangenen Jahr hatte Erkner für das Projekt 2,6 Millionen Euro bekommen.

Sanierung und Neubau geplant

Mit beiden Förderanteilen soll das Gerhart-Hauptmann-Kultur- und Bildungsforum“ entstehen. Geplant sind umfangreiche Baumaßnahmen, die insgesamt mindestens fünf Millionen Euro kosten werden. Die Villa wird denkmalschutzgerecht saniert, die Ausstellung soll größer werden. Sowohl die Touristeninformation als auch die Stadtbibliothek sollen in der Zukunft dort unterkommen. Ein moderner Neubau ist auch geplant, in dem Veranstaltungen und Konzerte – irgendwann nach Corona – ausgetragen werden. Die Bauarbeiten sollen bis 2025 abgeschlossen sein. Museumsleiter Stefan Rohlfs hatte im Sommer gegenüber der MOZ gesagt, dass es während der Bauarbeiten zumindest eine kleine Ausstellung noch geben soll.

Gerhart Hauptmann als Vertreter des Naturalismus

Bürgermeister Henryk Pilz sagte laut Mitteilung der Stadt nach der Zusage: „Ich freue mich außerordentlich, dass unser Konzept die Jury überzeugen konnte. Dadurch wird eine neue Dimension der Auseinandersetzung mit Gerhart Hauptmann im kulturellen und touristischen Umfeld der Stadt Erkner möglich.“
Der Nobelpreisträger Gerhart Johann Robert Hauptmann (1862–1946) schuf als Vertreter des literarischen Naturalismus in der „Villa Lassen“ zwischen 1885 und 1889 vier seiner wichtigsten Werke, unter anderem die bekannten Novellen „Fasching“ und „Bahnwärter Thiel“. Das Museum ist wegen der Corona-Pandemie mindestens noch bis Ostern geschlossen.