„Neunmeterschießen ist auch immer etwas Glücksache. Schade, wir hätten als Gastgeber gern erstmals den Cup geholt“, sagte FVE-Trainer Heiko Schickgram. „Dennoch war es ein guter Wettkampfauftakt in der Vorbereitung.“ Und Roman Kassarnig, Trainer vom Turniersieger Berlin City Futsal, erklärte: „Wir freuen uns über den Erfolg und würden gern im nächsten Jahr wieder nach Erkner kommen.“
Die 124 Zuschauer in der Stadthalle erlebten zwischen der Vorrunde und den Platzierungsspielen einen besonderen Leckerbissen. Denn in einem sogenannten Einlagespiel von zwei Teams der Ü 70 von Eintracht Mahlsdorf konnten sie Schlagerstar Frank Schöbel auf dem Feld in Aktion sehen. „Es hat Spaß gemacht, hier in Erkner mal zu spielen. Mir persönlich wegen der Gegentore jedoch nicht so sehr“, erklärte der 76-Jährige, der diesmal als Torwart eingesetzt wurde und mit seinem Team nach zweimal zehn Minuten 3:5 (2:4) verloren hatte
Sonst spielt er meist vorn, berichtete Schöbel, der von Jugend an Fußballer ist und jetzt noch jeden Mittwoch trainiert. Vor und nach seinem Einsatz in der Stadthalle fieberte er auf der Tribüne bei den anderen Partien mit und gab auch zahlreiche Autogramme. Das Spiel der Ü 70 war auf Initiative von Hans Zeh vom FV Erkner zustande gekommen, der selbst bei der Eintracht spielt, die im Vorjahr Berliner Meister wurde.
Die „Oldies“ bekamen für ihre Partie in Erkner mit gekonnten Aktionen viel Applaus vom Publikum. „Da konnten die jungen Spieler mal sehen, wie ihre Zukunft aussieht“, sagte Frank Schöbel mit einem Augenzwinkern. Zum Abschluss gab es noch ein Gruppenfoto von den Berlinern mit Erkners Bürgermeister Henryk Pilz, der zusammen mit Susanne Branding, Geschäftsführerin der Wohungsbaugesellschaft Erkner, das Turnier eröffnet hatte.
In den Turnierspielen ging es flott zur Sache, wobei so manches Neunmeterschießen erst die Entscheidung brachte. So auch im zweiten Halbfinale zwischen dem FVE I und dem FC Neuenhagen (3:3) – der Ostbrandenburgligist war kurzfristig für ein anderes Team eingesprungen. 13:12 gewannen die Erkneraner im Gesamtresultat. Im ersten Halbfinale siegte Berlin City Futsal knapp mit 1:0 gegen den Weser-Ems-Landesligisten Grün-Weiß Mühlen.
Dieser hatte mit rund 500 Kilometern die längste Anreise und ist der Heimatverein von Simon Pille, der derzeit seine zweite Saison beim Landesligisten FV Erkner spielt. Er war wegen seines Studiums der Agrarwissenschaften in Berlin zum FVE gewechselt und hatte jetzt die Mühlener eingeladen. Am Sonnabend gab es auch ein Testspiel, das der FVE mit 1:2 (0:1) verlor. Im Anschluss haben beide Mannschaften gemeinsam gefeiert. Grund dazu hatte der SV Grün-Weiß Mühlen auch schon am Abend zuvor, denn beim GWE-Cup waren sie Dritter geworden mit einem 5:3 (2.2) nach Neunmeterschießen gegen den FC Neuenhagen.
Gut abgeschnitten hat auch der Ostbrandenburgligist FV Erkner II, der das Spiel um Platz 5 gegen das starke Kreisliga-Team der SG Lichtenow/Kagel mit 2:1 gewann. „Darauf können wir aufbauen“, sagte der neue FVE-II-Coach Martin Putzger, der Christian Schulz als Co-Trainer hat und mit dem Team bereits die Vorbereitung begann.
Benjamin Behrens, der zusammen mit Lothar Lützenkirchen und Hallensprecher Matthias Hübner die Turnierleitung bildete, freute sich, dass am Ende alles ohne größere Verletzungen über die Bühne ging. „Ich hätte mir gern noch mehr Zuschauer gewünscht“, sagt der Sportliche Leiter beim FVE, der auch den Schiedsrichtern Kevin Meißer und Rene Karge für ihren Einsatz dankte. Mit Paul Röwer stellte der Gastgeber auch den besten Torschützen, der wie Arthur Tabler (Neuenhagen) fünfmal traf, sich dann aber im Neunmeterschießen durchsetzte. Bester Spieler wurde Kushtrim Ibrahimi (Neuenhagen), bester Torwart Thiemo Fey (Storkow).