Bei knapp 14 Grad war es zu kalt, um das Konzert wie geplant im Freien vor der Alten Schule stattfinden zu lassen - es wurde kurzerhand in die Kirche verlegt. Gleich zu Beginn der Veranstaltung fragte die Moderatorin Saskia Lily Thomas in die Runde: "Kann sich jemand an die Kurkonzerte in Woltersdorf erinnern?" Niemand meldete sich. Doch Katrin Fleischer, die Leiterin des Vereins "Kulturhaus Alte Schule", weiß aus Erzählungen älterer Woltersdorfer, dass es früher Konzerte an der Schleuse gab. "Wir haben so viele Kliniken und Krankenhäuser hier, die Leute kommen nach Woltersdorf, um sich zu erholen. Wir wollen zukünftig mit jährlich einem Kurkonzert den Kurort-Charakter stärken", erklärte sie. "Und gleichzeitig jungen Talenten eine Bühne geben."
Dieser Gedanke gefiel auch der Sängerin Dagmar Frederic. Sie hatte mit dem Cellisten Hans-Joachim Scheitzbach die Sc hirmherrschaft übernommen. Da sie in Magdeburg zeitgleich einen Auftritt hatte, übermittelte sie per Telefon Grüße an alle Anwesenden. "Mir gefällt die Idee, im Rahmen der Kurkonzerte Nachwuchskünstler zu fördern" sagte sie und forderte: "Wer auf die Bühne will, muss jeden Tag sein Bestes geben."
Das taten die Musiker dann auch. Martin Kiemann und Rosalie Lohrengel spielten drei Stücke auf der Geige. Weiter ging es danach nicht mit Kurkonzert typischer Salonmusik, sondern mit dem Chor "The Golden Voices". Er begeisterte mit Pop- und Gospelsongs wie "Man in the mirror" von Michael Jackson und "Oh happy day" das Publikum. Das 1994 von Ingolf Keppel gegründete Ensemble für Gesangsschüler der Musikschule Fürstenwalde ist inzwischen über die Region hinaus bekannt.
Nach eine Kaffee- und Kuchenpause übernahm die Band "WillHagen" aus Berlin-Wilhelmshagen die Bühne. Sie spielte Jazz-, Soul- und Funkstücke wie "On Broadway" von George Benson. Die Musiker hatten sichtlich Spaß an ihrer Musik, die Gäste auch. Sie tanzten zum Schluss vor der Bühne mit.