Vor allem Schöneicher Fluglärm-Gegner hatten sich in der Vergangenheit solidarisch mit den Friedrichshagenern gezeigt. Ihre Befürchtung: Wenn die Flieger von Schönefeld über den Müggelsee emporsteigen, liegt auch Schöneiche auf ihrer Route. Lydia Steenweg, Mitglied im Schöneicher Forum gegen Fluglärm ist sich deshalb auch sicher, dass mit dem Urteil noch nicht das letzte Wort gesprochen ist - die nächste Instanz wartet.
Bürgermeister Heinrich Jüttner argumentiert anders: Er sieht die Müggelseeroute als das kleinere Übel für seinen Ort an, weil sie die Möglichkeit eröffne, über den Wald zwischen Schöneiche und Friedrichshagen hinweg zu fliegen. Die Alternative - weiter südlich auf Erkner zu - sei für Schöneiche gefährlicher, glaubt Jüttner. Denn dann könnten die Flieger über Rahnsdorf nach Norden und Westen abdrehen, wo die meisten Ziele liegen, und doch wieder Schöneiche überfliegen. Die Müggelseeroute ist ausdrücklich mit dem Ziel ins Spiel gebracht worden, Erkner vom Abflug-Lärm zu entlasten - weil die Stadt den Landeverkehr ohnehin abbekommen wird. Letztlich müsse die Abwägung zwischen dem Schutz der Natur am Müggelsee und dem Schutz der Menschen in Erkner und Umgebung aber für die Menschen ausgehen, glaubt Jüttner. Auch in anderer Hinsicht könnte der BER Schöneiche sogar entlasten: Denn der Lärm der Landeanflüge nach Tegel sei in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen.
Derweil laden die vier Bürgerinitiativen von Erkner bis Wernsdorf für nächsten Montag, 24. Juni, nach Gosen in den großen Saal der Gemeinde, hinter dem Märkischen Hof, zu einer Bürgerversammlung ein. Dort wird Thomas Schölzchen von der Bürgerinitiative Gosener Wiesen die OVG-Entscheidung kommentieren. Schwerpunkt ist aber das Thema Schallschutz und Entschädigung. Die Vorsitzende einer Arbeitsgemeinschaft zum Schallschutz im Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB), Christine Dorn, wird über die aktuelle Sachlage sprechen und zu möglichen Entschädigungen informieren. Beginn ist um 19 Uhr in der Storkower Straße 5.