Anfang Dezember wurde die Nachricht publik, zu Wochenbeginn haben sich die neuen Mehrheitsgesellschafter den Mitarbeitern des Woltersdorfer Krankenhauses vorgestellt. Christian von Klitzing, Geschäftsführer der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg, spricht von einer guten Atmosphäre und einer gut besuchten Zusammenkunft. Die Mitarbeiter seien sehr aufgeschlossen und interessiert gewesen. Der Konzern seinerseits gebe den Mitarbeitern eine dreijährige Beschäftigungsgarantie.
"Wir wollen weiter wachsen", sagt der Regionalgeschäftsführer. "Der Bedarf ist da", fügt Peter Pfaffenberger, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses hinzu. Konkrete Pläne gibt es demnach zunächst für ein Projekt innerhalb des Konzernverbundes. Sana will in Königs Wusterhausen eine geriatrische Tagesklinik aufbauen. "Dabei werden wir Woltersdorfer Erfahrungen nutzen", kündigt Christian von Klitzing an. Das Haus Gottesfriede mit seinem langjährigen Träger, dem Verein Entschieden für Christus (EC), hat in den 90er-Jahren auf dem Krankenhaus Gelände Brandenburgs die erste geriatrische Tagespflege gegründet.
Der EC-Verein bleibt mit 25,1 Prozent weiter an dem Haus mit den Schwerpunkten Geriatrie und Innere Medizin beteiligt und wird nach Worten des Regionalgeschäftsführers künftig vor allem am christlichen Profil des Hauses arbeiten. Religiosität ist keine Voraussetzung, als Patient im Haus Gottesfriede aufgenommen zu werden, aber wer es wünsche, werde seelsorgerisch betreut. "Entscheidend für uns ist, Menschen zu helfen", sagt Christian von Klitzing. "Und am Ende ist jeder Menschen für Zuwendung und Trost dankbar." Seelsorgerischen Beistand erhalten die Patienten, die nicht selten schlecht zu Fuß sind, auch bei den regelmäßig angebotenen Stationsgottesdiensten.
Dem Haus Gottesfriede mit 340 Mitarbeitern und mehr als 200 Betten bescheinigt von Klitzing "eine hohe klinische Qualität". Er habe das Krankenhaus vor einigen Jahren kennengelernt. Positiv aufgefallen sei ihm auch eine hohe Verbundenheit der Angestellten mit dem Haus. "Das ist ein großes Plus und für mich aus tiefstem Herzen beeindruckend." Die Sana AG wolle "in Menschen und Technik" investieren. Dabei könnten die Mitarbeiter künftig von den Ressourcen des Konzernverbundes mit 54 Krankenhäusern profitieren. Als Beispiel führte der Regionalgeschäftsführer Weiterbildungen für Ärzte und Pflegepersonal an. Die Chefärzte etwa würden in konzernübergreifende Fachgruppen integriert, die sich zweimal jährlich treffen und Fachthemen diskutieren.
Es gebe zudem die Möglichkeit, in anderen Krankenhäusern zu hospitieren. Auch ein zeitweiser Einsatz in einem anderen Sana-Krankenhaus sei denkbar, allerdings auf freiwilliger Basis, wie Christian von Klitzing betont. "Am Ende lebt Medizin von hoher Kontinuität", sagt er und verweist noch einmal auf die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Haus. Viele Ärzte seien seit dem Studium in Woltersdorf und hätten sich im Haus Gottesfriede weiterentwickelt.
Investitionen in Digitalisierung
Vorantreiben wollen die neuen Hauptgesellschafter die Digitalisierung des Krankenhauses. Aufbauen können sie dabei auf ein elektronisches Therapiedokumentationssystem. Dessen Testphase ist abgeschlossen, seit Monatsbeginn wird nach Worten von Geschäftsführer Pfaffenberger regulär damit gearbeitet. Investiert werden soll außerdem in Medizingeräte und die Krankenhaus-Infrastruktur.
Die Sana Kliniken AG ist in der Region unter anderem an Krankenhäusern in Königs Wusterhausen und Lübben beteiligt. Auch das Cottbuser Herzzentrum gehört zum Konzern.
Internet: www.sana.de; www.krankenhaus-woltersdorf.de