Das hatte auch seinen Grund. "Die letzte Viertelstunde war ganz schwarz von uns, wir haben sehr unkonzentriert gespielt", sagt Chefcoach Frank Morawetz. Und sein Co-Trainer Dirk Köhler ergänzt: "Da haben wir viel zu viele Bälle weggeworfen." Dennoch fand Morawetz am Ende das Lob für seine Mannen, die um die 40. Minute herum zweimal sogar mit elf Toren in Führung gelegen hatten. "Die Jungs haben es bis dahin ordentlich gemacht gegen den unangenehmen Gegner aus Berlin, der mit seiner unkonventionellen Spielweise noch so manchem Kontrahenten Schwierigkeiten bereiten dürfte."
GSV-Keeper wirft zwei Tore
So hatten die Lichtenrader mit einer offensiven Deckung mit zwei, manchmal drei vorgezogenen Spielern agiert. Und zugleich nahmen sie ihren Torwart aus dem Kasten und brachten einen siebenten Feldspieler – nicht nur bei einer Zeitstrafe. Das hatten die Grünheider 45 Minuten gut im Griff. Und so kam es auch, dass GSV-Torwart Tim Reisener zwei Treffer ins leere VfL-Gehäuse setzen konnte.
Er war diesmal Alleinunterhalter im Gastgeber-Kasten, da sein Mitstreiter Denny Alpers vor dem Spiel umgeknickt war und sich den Knöchel am rechten Fuß verletzt hatte. Trotz Tape und Schmerzmittel war sein Einsatz nicht möglich gewesen. Ansonsten agierten alle elf Feldspieler auf der heimischen Platte.
Die Gastgeber begannen die Begegnung furios und legten gleich konsequent vor. Nach dem 3:0 (3.) ging es über die Zwischenstationen 6:2 (6.), 12:7 (14.) und 20:10 (25.) mit einem 20:13 in die Pause. Und in der zweiten Halbzeit machten die Grünheider in diesem Stil weiter, ohne von den Gästen wirklich gefährdet zu werden – allerdings nur knapp 15 Minuten lang. Nach dem 27:16 (42.) warfen die Gäste drei Tore in Folge und verkürzten danach ihren Rückstand weiter, der beim 32:29 (59.) nur noch drei Tore betrug, ehe Marc Robin Hiesener kurz darauf den Endstand besorgte.
Wichtig fürs Selbstvertrauen
"Dieser erste Heimsieg steigert unser Selbstbewusstsein. Wir wurden von den Trainer prima auf den Gegner eingestellt, die erste Halbzeit war sehr gut", sagt Rechtsaußen Tom Griebsch. Der 28-Jährige war mit zwölf Toren, darunter zwei Siebenmeter, der erfolgreichste Werfern bei den Grünheidern. Er führt auch mit 56 Treffern in sechs Spielen – im Durchschnitt 9,33 Tore pro Partie – die Rangliste in der 4. Liga an.
In der Tabelle hat sich der GSV mit nun 5:7 Punkte auf Platz 8 verbessert. Am Sonnabend, ab  19.30 Uhr, steht ein Auswärtsspiel gegen den Elften Sp.Vg. Blau-Weiß Berlin auf dem Programm. "Das wird kein Selbstläufer", warnt Trainer Morawetz. "Ich hoffe, die Mannschaft hat nun Selbstvertrauen getankt und liefert dort eine ordentliche Leistung ab, auch wenn Kleister in der Halle an der Wilhelm-Kabus-Straße nicht erlaubt ist." Es werde jeder Punkt gebraucht.

Statistik

Grünheider SV: Tim Reisener 2 – Ray Warnst, Matthias Henow 4, Konstantin Büttner 1, Fabien Grünagel, David Walaszewski, Toni Fuchs 2, Marc Schmitz 3, Moritz Kraft 4, Marc Robin Hiesener 2, Clemens Wetzel 3, Tom Griebs 12/2Schiedsrichter: Jennifer Hopp, Klaus-Peter Hopp – Siebenmeter: GSV3/2, VfL 1/1 – Zeitstrafen: GSV 2, VfL 2 red