Nach der Premiere strahlte Rico Haring übers ganze Gesicht: "Solche Resonanz hätte ich nie zu träumen gewagt. Wir werden es gern wieder tun." Seine Frau Ludmila sagte: "Das war mein Traum. Eine Kunstausstellung im eigenen Haus... Heute Morgen dachte ich: Wow! Frühstück mit der Familie in einer Galerie - wer hat das schon?" Die gelernte Designerin hatte das neue Haus selbst entworfen. Natürlich sollte ein großer Raum als Herzstück des Familienlebens auch den Flügel ihres Mannes beherbergen, und Hausmusik war schon da ein Thema. Doch auch: Wie sollen die vielen leeren Wände gestaltet werden? So entwickelte sich die Idee, junge Künstler zu suchen, die ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit zeigen möchten.
Die junge Familie hat ihr neues Haus erst kürzlich bezogen. Den Schwung des Einzuges wollte sie gerne mitnehmen und etwas Neues und wohl Einmaliges in Woltersdorf kreieren: ein offenes Kunst-Haus als Treffpunkt. In Katrin Fleischer, der Chefin des Woltersdorfer Kulturhauses "Alte Schule", hatten sie schnell eine Verbündete gefunden und das Projekt auf den Weg gebracht.
Neben dem Einzug ins neue Heim und der ersten öffentlichen Hausmusik wurde am Sonnabend auch der 37. Geburtstag des Hausherren gefeiert - und rund 80 Gäste sangen das gebührende Ständchen. Danach sorgte das A-Capella-Quintett "Fragile" mit einigen jazzig-gospeligen Arrangements im Stile von "Take Six" für gute Stimmung. Anschließend führte Johannes Ehemann in die Welt seiner neo-expressionistischen Kunstwerke ein, die überall im Haus aushängen. Abgerundet wurde der Nachmittag von dem neu gegründeten Jazztrio um den Berliner Sänger und Gitarristen Benjamin Kreisel.
Pfarrer Matthias Trodler segnete das Haus mit seinen Gästen und Projekten - und danach hatte der Woltersdorfer Chor, dessen Leiter Rico Haring seit einem knappen Jahr ist, einen beeindruckenden Auftritt: Aus allen Richtungen des Raumes erklangen die Stimmen zu "Laudate omnes gentes", um sich dann am Flügel zu versammeln - Gänsehaut-Atmosphäre. "Ein wunderbarer Nachmittag", sprach Beate Schmidtke aus, was wohl alle Gäste dachten.