Ständig halten am Montagnachmittag Autos vor dem Schöneicher Haus von Petra Weiss und Dietmar Hanne an. Leute bringen Kartons mit Materialien. Gummistiefel, Auto-Kindersitze und eine Kaffeemaschine sind darunter. Ein Nachbar kommt zu Fuß, in jeder Hand hält er eine Großpackung Windeln. „Ich habe heute Morgen mit unserem Kontakt in Remagen telefoniert, sie haben Schippen, Besen, Hygieneartikel und Reise-Kinderbetten bestellt“, erzählt Petra Weiss. Sie betreibt in Schöneiche Fichtenau eine Umzugsfirma.

Kontakte ins Krisengebiet

„Wir haben im Fernsehen die furchtbaren Bilder gesehen und wollten helfen“, sagt Unternehmerin Weiss. So hat sie mit ihrer Freundin Andrea den Spendenaufruf im Internet gestartet. Die Kontaktaufnahme in die überfluteten Gebiete war nicht schwer. Dietmar Hannes Tochter Lisa lebt in der Nähe und vermittelte Kontakt zu Betroffenen und zur Feuerwehr in Schalkenbach. Außerdem stellte ein Remagener Unternehmer, mit dem Petra Weiss kooperiert, Kontakte zu Helfern her. Remagen liegt neben der Stadt Sinzig, wo auch Leute starben, weil sie nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten.

Unternehmen kooperieren

Am Montagnachmittag kommen auch Wolfgang Schich und Christine Jaskulka aus der Oranienburger Gegend nach Schöneiche, um Material vorbeizubringen. Auch Schich betreibt ein Fuhrunternehmen und will sich mit den Schöneichern koordinieren. Er kann Lagerfläche zur Verfügung stellen, falls später Helfer aus den Krisengebieten noch einmal zu Materialspenden aufrufen sollten. Die Entsorgungsfirma Hilbert's Wertstoffankauf in Strausberg sammelt bereits jetzt benötigtes Material, welches die Schöneicher für ihren Transport orderten.

Keine unaufgeforderten Spenden

Generell bitten das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und andere offizielle Stellen, keine Sachspenden mehr einfach so vorbeizubringen. Vielmehr würde jetzt finanzielle Hilfe gebraucht. „Wir haben aus den betroffenen Landesteilen die Information bekommen, dass keine Ressourcen vor Ort vorhanden sind, weitere Spenden zu lagern und zu sortieren“, erklärt Marie-Christin Lux, Pressesprecherin beim DRK Brandenburg. Wenn konkrete Hilfe mit Kommunen direkt vor Ort abgesprochen ist, sei das aber etwas anderes.

Mittwoch startet der Laster

Den Transporter aus Schöneiche wird Dietmar Hanne am Mittwoch ins Ahrtal fahren. Er hatte erst Sorge, es könne nicht genug Material zusammenkommen. Die Sorge hat sich aber als unbegründet erwiesen. „Gerade hat noch eine Bekannte angerufen, die meinte ich solle einkaufen gehen, sie möchte mir dann das Geld geben“, berichtet Petra Weiss. Sie selbst hatte gerade noch Schaufeln und Besen besorgt. Wer noch Interesse hat zu spenden, möge sich telefonisch bei Petra Weiss (030 6480839) melden. Unaufgeforderte Gaben machen auch hier keinen Sinn.

Baumärkte sammeln Maschinen

Indes hat der Obi-Baumarkt aufgerufen, funktionierende Schmutzwasserpumpen, Luftentfeuchter und Bautrockner in den Filialen vorbeizubringen. Obi will die Geräte in die Überflutungsgebiete bringen und sichert den Spendern Warengutscheine zu. Inwieweit die Aktion zweckdienlich ist oder eher der Publicity dient, erschließt sich im Moment nicht.
Wie Brandenburg den Unwetter-Opfern hilft, lesen Sie auf einer Themenseite. Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021

Wie kann ich Betroffenen helfen?

Die MOZ ruft auf, Aufräumarbeiten und Opfer finanziell zu unterstützen. Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021 red