Mit Pfannkuchen aus Eritrea und Märchen über Pflanzen eröffnete am Mittwoch das interkulturelle Hofgartenprojekt „Zu Tisch am Flakenfließ“. Hartmut Wolter von der IPG Kesselberg (Initiativ- und Planungsgruppe) und Katrin Fleischer vom Kulturhaus Alte Schule haben ihr gemeinsames Interesse an alten Kulturpflanzen, Kochen und interkulturellem Miteinander im Hofgarten an der Flakenstraße 28 verwirklicht.
Feierlich zieht Katrin Fleischer das weiße Tuch vom Eingangsschild herunter. „Das haben die Schüler der Regine-Hildebrandt-Schule gestaltet“, informiert sie die umstehenden Gäste am Eingangstor. Nachdem Hartmut Wolter das rote Band zerschnitten hat, strömen die Gäste auf das ehemalige Fabrikgelände. Den Hof gibt es mit seinem großen Backsteinziegelbau bereits seit 100 Jahren. Nun sollen sich Einheimische, Migranten und Aussiedlerfamilien bei gemeinsamer Gartenarbeit besser kennenlernen.
Bei eritreischen Pfannkuchen mit scharfer Soße und Linsenpüree  bewundern Besucher die ersten „Russischen Trauben“ – kleine Gurken für Zwischendurch, wie Ayla Lorenz erklärt. Sie macht derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) im Hofgarten. Die 21-Jährige kümmert sich um seltene Kulturpflanzen, wie zum Beispiel den „Gigant-Superschmelz“:„Das ist ein großer Kohlrabi, der sehr zart ist.“
Das Gewächshaus mit Melonen und Chilis drinnen steht schon seit längerem, so wie das Hochbeet, das auf einem alten Anhänger angelegt wurde. Zurzeit bauen Aman Habte und Samial Zeray aus Eritrea an der „Hofküche“, einem Holzhaus. Dort sollen später Kaffee, selbstgemachter Kuchen und Salate aus dem Garten verkauft werden.
Mitten im Grünen liest Lena von der Theatergruppe „Dreh-Bühne“ die Geschichte „Mutig wie der Löwenzahn“ vor. Die Quintessenz: Es lebe die Vielfalt und Neugierde. In dem Sinne können Familien und Kleingruppen die Patenschaft für ein Hochbeet übernehmen und die Ernte am Ende selbst verzehren. Gut dafür dürften sich die zirka 15 Tomatensorten eignen, deren Farbe von gelb-weiß über grün bis schwarz reicht.