Untersuchungen stehen aus
"Die Planung der Instandsetzung gestaltet sich umfangreicher als erwartet", erklärt der Experte. Obwohl schon im Jahr 2018 der Zustand der Brücke geprüft wurde, stehen tiefgründige Untersuchungen unter anderem des Stahlgerüsts noch aus. Die Ausschreibung wird der Landesbetrieb demnächst veröffentlichen, so der Fachmann für Konstruktivbau. "Möglicherweise wird in den nächsten Wochen die Flakenfließbrücke für die Stahluntersuchungen für ein bis zwei Tage einseitig gesperrt", kündigte Kaske an.  Wann die eigentliche Baustelle beginnt, könne aber noch niemand sagen.
Verschiedene Szenarien sind derzeit für die Planer im Landesbetrieb Straßenwesen vorstellbar. Die erste Möglichkeit ist die "grundhafte Instandsetzung" der Brücke. Dies könnte so aussehen: Alte Widerlager, die Bauteile also, die horizontale und vertikale Kräfte aufnehmen können, würden abgebrochen und erneuert werden. Unter anderem wäre dann auch noch der Korrosionsschutz aufzufrischen.
Für die Sanierung müsste die Brücke hydraulisch hochgepresst werden, so dass sich eine 30 Zentimeter große Lücke zwischen Fahrbahn und Brückenköpfen auftäte. Eine Vollsperrung samt Umleitung des Fahrzeugverkehrs wäre bei dieser und auch bei der folgenden Variante unausweichlich. Fahrräder und Fußgänger könnten bei der grundhaften Instandsetzung die Brücke weiterhin mit Hilfe von Rampen benutzen.
Abriss und Neubau denkbar
Ob diese Variante in Frage kommt, werden die anstehenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen. Eine rigorose Sanierung lohnt sich nach allgemein gängigen Planermaßgaben, wenn die Brücke dadurch noch 25 Jahre durchhalten kann. Ist die "grundhafte Instandsetzung" nicht wirtschaftlich, kommt voraussichtlich eine zweite Variante zum Tragen: Abriss und Neubau. So ein umfangreiches Vorhaben würde allerdings ein in der Regel längerwieriges Planfeststellungsverfahren mit einer Bugwelle an Behörden- und Bürgerbeteiligungen voraussetzen. Zehn Jahre könnten darüber vergehen. "Um diesen Zeitraum zu überdauern, müsste die Flakenfließbrücke allerdings trotzdem ertüchtigt werden", wie Harald Kaskel erläutert. Dabei wird dann allerdings nur das Notwendigste repariert.
Verbesserung für Fußgänger
Ein Dreivierteljahr könne die grundhafte Instandsetzung dauern, hieß es Anfang des Jahres, als die MOZ zuletzt über das Vorhaben berichtete. Ob der Neubau längere Sperrungen verursachen würde, ist im Moment noch offen.
Einen Vorteil hätte die Radikallösung allerdings: Es würde eine breitere Bauweise für die Brücke geprüft, was wiederum der Stadt mehr Spielraum für die Gestaltung der Geh- und Radwege eröffnet. Egal, welche Variante zum Tragen kommt, die Stadt Erkner möchte die Bauarbeiten dafür nutzen, um die Fahrradwege auf beiden Seiten der Fahrbahn von den Fußwegen zu trennen, sagt Bauamtsleiter Clemens Wolter. Sie sollen eigene Streifen auf der Straße erhalten.