Die Straßenränder in Kagel sind am Abend mit Autos zugeparkt und Menschen strömen Hand in Hand in Richtung Dorfplatz. Einmal im Jahr wird es in dem beschaulichen Ort mit 1300 Einwohnern, der auch ein beliebtes Naherholungsziel für Berliner ist, so richtig laut.
Es ist wieder Klang & Licht, ein Event, dass in seiner 12. Auflage, längst über die Grenzen der Region bekannt und beliebt ist. Bässe dröhnen und die Rockers, vier Typen aus dem Raum Leipzig, spielen auf der in Licht getauchten Bühne energiegeladene Rockmusik. Das Publikum von 8 bis 80 Jahren steht und sitzt dicht gedrängt. "Wir sind extra mit Freunden aus Strausberg angereist", sagt Werner Meyer. Der 57-Jährige schwelgt beim Sound in Jugenderinnerungen. "Einfach Wahnsinn, was die Organisatoren wieder auf die Beine gestellt haben", sagt Ehefrau Evi.
Die Macher sind Andrea Wischnewski, Diana und Steffen Fritsch aus Kagel sowie Karin Meinhardt aus Erkner, die allesamt viel Zeit in die Vorbereitungen investiert haben, um den Besuchern ein abwechslungsreiches und ansprechendes Programm zu präsentieren. "Wir setzen nur auf handgemachte Musik und wollen mit Licht Akzente setzen", sagt Steffen Fritsch, der in seiner Freizeit selbst begeisterter Bandmusiker ist. Jedes Jahr müssen neue Ideen und Künstler her. "Man will ja nicht stagnieren", so Andrea Wischnewski vom Organisationsteam. Die Gemeinde Grünheide ist mittlerweile auch vom Konzept überzeugt. "Seit zwei Jahren bekommen wir eine finanzielle Unterstützung", freut sich Fritsch.
Die Veranstalter wollen auch jungen Künstlern aus der Region eine Plattform bieten. Das Tanzstudio Miral, dass seit knapp zwei Jahren in Fürstenwalde ansässig ist, hat an diesem Abend beispielsweise den ersten Auftritt außerhalb der Spreestadt. 18 Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren zeigen, was sie bei Tanzlehrerin Marina Nickel gelernt haben, die zu später Stunde selbst auf der Bühne steht und das Publikum mit orientalischem Bauchtanz verzaubert. Viel Beifall gibt es am Rande auch von Viktorija Garz und Peggy Mehling aus Fürstenwalde. "Wir freuen uns, dass wir dabei sind", sagt Marina Nickel. Nach ihrem mitreißendem Solotanz geht Ostrock-Legende Dirk Michaelis auf die Bühne und begeistert unter anderem mit seiner Ballade "Als ich fortging" die Zuschauer. "Es ist einfach nur schön", schwärmt Regina Möller (54) aus Köpenick.
Gegen 22.50 Uhr gehen alle Blicke nach oben und genießen das zehnminütige Höhenfeuerwerk, dass der staatlich geprüfte Pyrotechniker Thomas Kuhnke aus Höhnow auf dem Gelände hinter dem Kindergarten "Kageler Wasserfrösche" stundenlang vorbereitet hat. Drei-Schlag-Bomben und Mehr-Schuss-Batterien steigen bis zu fünfzig Meter hoch in den nachtblauen Himmel. Was aber noch lange nicht das Ende des Festes bedeutet.