„Deutsche Bürokratie bedeutet, dass du der Krankenkasse bestätigen musst, dass dein zweijähriges Kind aus Einkommen oder Miete bezieht“, witzelt jemand im Internet. Doch viel hat sich getan. Behörden sind im Wandel. Kundennähe und Servicementalität sind längst keine Fremdwörter mehr in den Amtsstuben. Auch der Umgangston ist in der Tendenz freundlich.
Migranten sind angesichts kleinteiliger komplizierter Regelungen des deutschen, vor allem des Ausländerrechts dennoch oft hilflos. Umso besser ist es, wenn sie Menschen finden, die ihnen zur Seite stehen.
Vor allem junge Leute resignieren
Ein System aus Zentralen Anlaufstellen, Camps, Heimen und unterschiedlichem Aufenthaltsstatus soll zur Abschreckung von Zuwanderern beitragen. Die Abschreckung funktioniert selten, ihre politische Legitimität ist fragwürdig. Viele Menschen aus Ländern mit schwierigen, bisweilen entsetzlichen Lebensverhältnissen erhoffen sich trotz aller bürokratischer Hindernisse eine bessere Zukunft in Deutschland.
Doch vor allem junge Leute, die Jahre ihres Lebens mit Warten und Ämtergängen verbringen, um sich hier ein Papier und dort einen Stempel abzuholen, verzweifeln. Manchen mag es wie dem Landvermesser in Kafkas Roman „Das Schloss“ gehen, der letztlich angesichts eines undurchsichtigen Apparats resigniert. Das ist unmenschlich und es nützt niemandem. Artikel zum Thema