Die Debatte ist nicht neu, in diesem Jahr aber wollte Askell Kutzke (Unser Woltersdorf) sie gern vermeiden. Er wünsche sich, dass die Höhe der Vereinsförderung nicht immer wieder in Frage gestellt werde, sagte Kutzke. Die Vereine bräuchten Planungssicherheit. Kutzke erinnerte daran, dass sich die Gemeinde mit Ersparnis auf der einen Seite auf der anderen ein Loch reiße: Wenn die Vereine weniger Geld zur Verfügung hätten, fehle auch Geld bei den kommunalen Sport- und Freizeitanlagen, bei denen die Sportler gegen Nutzungsgebühr trainieren. Die Sport- und Freizeitanlagen arbeiten nicht kostendeckend, damit müsse das dann entstehende Finanzloch ohnehin von der Gemeinde ausgeglichen werden.
Heinz Vogel (Woltersdorfer Bürgerforum) sprach sich dennoch dafür aus, dass die Gemeinde die Sportvereine im nächsten Jahr statt mit 60 mit 55 Prozent fördern soll. Kutzke argumentierte dagegen, die Sportvereine erfüllten zahlreiche soziale Aufgaben in der Gemeinde: mit einem Beitrag zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen und der Gesundheitsförderung.
Vogels Antrag scheiterte mit fünf Ja- gegen zehn Nein-Stimmen. Für die 60-prozentige Förderung votierten zwölf Gemeindevertreter und damit die Mehrheit, drei stimmten dagegen. Auf Antrag von Karl-Heinz Ponsel (ehemals Unser Woltersdorf, jetzt fraktionslos) wurde namentlich abgestimmt.
Damit gibt die Gemeinde Woltersdorf im kommenden Jahr rund 68 800 Euro für die Sportförderung aus, knapp 200 Euro weniger als von den Vereinen beantragt. Die Differenz entsteht beim SV 1919 Woltersdorf, dessen Antrag nicht in voller Höhe bewilligt ist. Weitere Gelder aus der Sportförderung fließen an die Erkneraner Woltersdorfer Karnevalsgesellschaft und die Vereine Seimitsu und Nikko Dojo.
Die Gemeinde hatte sich erst im Frühjahr eine neue Vereinsförderrichtlinie geschaffen. In Woltersdorf aktive Vereine und Initiativen können demnach gefördert werden. Die Summen hängen von der finanziellen Lage der Gemeinde ab, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Fördergegenstände sind Sport und Projekte, aber auch indirekte und institutionelle Förderung und Spontanförderung sind der Richtlinie zufolge möglich. Die Vereinsförderung ist, anders als etwa die Unterhaltung von Schulen oder Gehwegen, eine so genannte freiwillige Aufgabe der Gemeinden.
Unterstützen will die Gemeinde auch wieder das Kulturhaus Alte Schule und den Förderverein der Grundschule. Bei der Alten Schule müsse der Bedarf langfristig genauer dargelegt werden, lautete eine allgemeine Forderung aus der Runde der Gemeindevertreter. Jenny Loponen, Amtsleiterin für Soziale Dienste und Ordnungsangelegenheiten, sagte zum Prozedere, dass der Gemeinde kein Geld entgehe, wenn die Antragshöhe das tatsächlich benötigte Geld überschreite. Die Jahresabschlüsse der Vereine würden von der Gemeinde geprüft und wenn nötig auch Rückforderungen gestellt. Der Verein Alte Schule erhält nun für das nächste Jahr die beantragten 10 000 Euro. 900 Euro sollen an den Förderverein der Grundschule Woltersdorf fließen.