Carmen Orlet und Hugo Dietrich, Liedermacher- und Sänger-Paar, hatten den Mut gefasst, ein Programm zur Erinnerung an die so beliebte ehemalige Sozialministerin zusammenzustellen. Am Sonnabend haben sie es in der Woltersdorf erstmals aufgeführt.
Dass es "nicht falsch" war, das Programm zu machen, dürften die allermeisten Anwesenden als glatte Untertreibung empfunden haben. "Ich bin sehr beeindruckt, ich habe das Gefühl, als ob Regine Hildebrandt hier wäre", sagte Simone Wallenta, langjährige Woltersdorferin, die eigens für den Abend aus Berlin gekommen war.
Das Programm bestand aus poetischen Liedern von Gerhard Gundermann und anderen, mehreren Vertonungen aus der Feder Hugo Dietrichs, dazwischen eingestreut Passagen aus Regine Hildebrandts Brief an ihre Enkelkinder von 1999, auch Originaltöne von ihren Reden. Die Beiträge kreisten um die großen Themen der Regine Hildebrandt: soziale Gerechtigkeit, Skepsis gegenüber dem Massenkonsum, Aufrichtigkeit, Mut zum Leben.
Zu den vielen heiteren Momenten des Abends gehörte auch die Pause, vor der der traditionelle Geburtstagskuchen im Hause Hildebrandt, der Frankfurter Kranz, nicht nur musikalisch im "Schichtenlied" geehrt, sondern auch physisch gereicht wurde. Gebacken hatte ihn Carmen Orlet, zum ersten Mal in ihrem Leben, wie sie bekannte. Jetzt ist die detaillierte Backanleitung Bestandteil des Programm-Flyers.