Im Kalender von Kristin Gatzmaga ist es schwer, ein freies Wochenende zu finden. Die 51-Jährige hat im September die Leitung der Kreis-Musikschule in Schöneiche übernommen. Das Pendant in Fürstenwalde führt sie bereits seit sechs Jahren. Und nun steht gleich ein Jubiläum an.
Die Schöneicher Schule wird 25 Jahre alt. Das soll Ende September mit Konzerten und einem Fest gefeiert werden. Kristin Gatzmaga schwebt ein Eröffnungskonzert in der ehemaligen Schlosskirche vor, eine Feier in der Schule und ein Konzert ehemaliger Schüler in der Kirche.
Auch schon vor dem großen Tag drängen sich die Höhepunkte. Dieses Wochenende findet der Landeswettbewerb "Jugend musiziert" in Frankfurt statt. Till Fischer, der von Sandrine Albrecht Klarinetten-Unterricht bekommt, tritt an. Am 2. Mai beteiligt sich die Schule am Musikfest, eine Woche später lädt sie zum Tag der offenen Tür ins Helga-Hahnemann-Haus ein. Tags darauf gibt es ein Kurkonzert in Woltersdorf.
Die Musikschule Schöneiche ist groß geworden. 488 Schüler, ab drei Jahre, lernen dort. "Als ich die Leitung übernahm, gab es die Angst, dass sie wieder eine Außenstelle von Fürstenwalde wird, was sie bis 1990 war", weiß Kristin Gatzmaga. Die Sorge sei unbegründet. Beide Schulen hätten unterschiedliche Profile. In Fürstenwalde, wo 577 Schüler lernen, ist das Instrumenten-Spektrum breiter, wird auch mit Behinderten gearbeitet.
In Schöneiche ist der Platz begrenzt. In der Anfangszeit war es aber noch viel schlimmer. "Wir fingen in einer alten Stasi-Villa am Höhenweg an", erinnert sich Birgit Heilemann, die die Schule einst aufbaute. "Völlig ungeeignet" sei diese gewesen - selbst für die knapp 20 Schüler damals. "Die Nachfrage war riesig, nach drei vier Jahren waren wir fast 400."
2001 durften Schüler und Lehrer ins neue Hahnemann-Haus umziehen. Seit Anfang dieses Jahres können sie dort sogar alle Räume nutzen. Eng wird es aber schon wieder. "Ab 13 Uhr geht es täglich los, da klingt es aus jedem Raum", sagt Kristin Gatzmaga. "Eine Probezeit für unsere Big Band zu finden, bei der sie keinen stört, ist schwierig." Ein Teil des Unterrichts findet bereits in der Alten Schule Woltersdorf, der dortigen Grundschule und der Bürgelschule statt. Zudem gibt es Kooperationen mit dem Bechstein-Gymnasium und der Freien Schule Woltersdorf.