„Ich bin total gespannt. Wir wollten mal was Neues ausprobieren, um unserem Ruf nach Vielfalt gerecht zu werden“, sagte Chefin Beate Simmerl. Sie hatte Jana Heinicke, Moderatorin und zugleich Erfinderin dieses seit drei Jahren im In- und Ausland äußerst erfolgreich laufenden Formats, nach Schöneiche geholt.
Jana Heinicke klärte ihr neues Publikum sogleich auf: Puppetry Slam sei ein Puppenspielwettstreit. Die gegeneinander antretenden Künstler dürften sieben Minuten lang mit allem spielen, was Figuren- und Objekttheater hergebe. Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, am Ende entscheide eine fünfköpfige „Kugi-Fachjury“ aus dem Publikum, wer gewinnt.
Auf der Bühne philosophierte Nicole Weißbroth mit der kauzigen Frau Clarissa Zockovic sehr brillant über die Freuden und Leiden des Lebens. Danach bastelte Jürgen Demant auf der Bühne seine „Puppen“ aus Zollstöcken, spielte den Barbier und zauberte selbst Schere und Spiegel, Handy und Rasiermesser aus diesem schmalen Handwerkszeug.
Dietmar Bertram erzählte einen Obst- und Gemüsekrimi mit bitterernster Miene, weil sein „Lieblingskumpel“ Bani, eine Banane, als Mus auf dem Tisch lag. Er ging der Sache nach, befragte Gurke, Porree-Stängel und Melone nach ihren Alibis und löste schließlich unter Gelächter des Publikums den Fall.
Dann kam Shani. Shani Moffat aus Sydney. Mit einem Besen bewaffnet suchte sie zunächst ihren Hund Bello. Es knurrte hinter dem Bühnenvorhang. Shani verschwand. Bello kam. Eine Bulldogge. Diese entpuppte sich als Shanis, mit Augen, Schnauze und Bartstoppeln bemalter Po, der über die Bühne wackelte und knurrte, robbte, bellte und sogar eine Würstelkette „verspeiste“. Der Saal tobte. Auch wenn einigen Zuschauern diese Nummer etwas zu weit ging, zog die Darstellerin mit der Höchstpunktzahl 30 ins Finale ein.
Jochen Falck, der danach auf die Bühne musste, hatte eine sprechende und sich teilweise selbständig machende „Wetterkarte“ mit dabei und meisterte sein Spiel mit Bravour, strapazierte ebenso die Lachmuskeln des Publikums und qualifizierte sich als Zweiter für das Finale.
Petra Spieler aus Neuenhagen war mit Familie und Kollegen gekommen: „Einfach klasse. Wir haben so viel Spaß. Hervorragend, dass Kleinkunst so groß sein kann. Ich bewundere den Mut von Shani, so aufzutreten“, sagte sie. Oliver Nitze ergänzte: „Toll, wie vielfältig hier verschiedene Themen hervorragend dargeboten werden“. Ines Hiller aus Berlin meinte: „Ich hatte mehr Puppen erwartet, aber es ist fantasievoller, wenn der Mensch selbst in diese Rolle schlüpft und andere Dinge als Spielpartner nutzt“.
Im Finale traten dann Shani und Jochen gegeneinander an, um erneut um die Gunst der Zuschauer zu buhlen. Während die Australierin am OP-Tisch eine wahre Candy-Schlacht abzog, war Jochen Falck „Auf der Pirsch“ und hantierte mit drei Jonglierkeulen, die abwechselnd zum Fernrohr oder Gewehr, Baum oder Hirsch mutierten. Schließlich zauberte er doch noch eine richtige Kasperpuppe – einen Polizisten – hervor, was der Nummer einen skurrilen Anstrich verlieh. Schließlich kürten die Zuschauer ihn zum Sieger.