Am 28. April kommt Frank Schäfer. Der Berliner, Friseur, Visagist, Schauspieler und Sohn des Komikers Gerd E. Schäfer, ist zu Gast im Literatursalon mit Ines Burdow und Katrin Fleischer. Ehrenamtlich ist die langjährige Geschäftsführerin der Alten Schule nach wie vor verbunden, beruflich hat sie sich zum Jahresende neu orientiert.
Der Verein Alte Schule begreift das als Einschnitt und Chance zur Neuorientierung zugleich. "Was früher eine Person erledigt hat, muss jetzt auf mehrere Schultern verteilt werden", sagt Vereinschef Daniel Kämpfe-Fehrle. Das eröffne kreativen Freiraum, haben er und seine Mitstreiter festgestellt. Kämpfe-Fehrle spricht von "einer zweiten Gründungsphase". Manche neue Mitstreiter seien zum Verein gestoßen.
Dabei wird durchaus an Bewährtem festgehalten. Vor allem: Ein attraktives Programm solle geboten werden und die Alte Schule ein offenes Haus bleiben. "Das ist das, was uns ausmacht", sagt der Vereinsvorsitzende. Kurse finden weiter statt, es wird Ausstellung geben. Gerade am Sonntag, 16 Uhr, beginnt eine neue: Der Friedrichshagener Künstler Egon Bresien gewährt Einblicke in sein Schaffen. Bis zum 24. Mai werden seine Drucke und Gemälde in Woltersdorf zu sehen sein.
Auch anderes, das Besucher an der Woltersdorfer Schule zu schätzen gelernt haben, bleibt im Programm. Neben dem Literatursalon ist das zum Beispiel die Reihe "Aus der Schule geplaudert", bei der der Radiojournalist Ulrich Lipka Bekannte und weniger Bekannte zu ihrem Leben befragt. Am 12. April, 19 Uhr,  wird das Fontane-Jahr in der Alten Schule eröffnet. Der Bad Saarower Schriftsteller Till Sailer präsentiert das Hörspiel "Unterm Birnbaum" von Günter Eich nach Fontane. Veranstalter ist der Woltersdorfer Verschönerungsverein.
Ulrike Stengel, wie Carola Sand für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins verantwortlich, verweist aber auch auf neue Projekte. So ist für den 9. April, 17 Uhr eine Gesprächsrunde zum Thema Jugend und Freizeit in Woltersdorf geplant. Anlass ist nicht zuletzt, dass sich am Thälmannplatz regelmäßig Jugendliche treffen, die sich einen selbstverwalteten Jugendklub wünschen. Anwohner fühlen sich gestört. Bei dem Termin in der Alten Schule sollen  Jugendliche und Vertreter der Gemeinde miteinander ins Gespräch kommen können.
Richtig politisch wird es im Mai, wenn die Brandenburger unter anderem über neue Gemeindevertretungen abstimmen. Am 10. und am 24. Mai wird zu "Vor den Wahlen geplaudert" eingeladen. Angelehnt an die "Aus-der-Schule"-Reihe will Ulrich Lipka Vertreter von Parteien und Vereinigungen, die sich in Woltersdorf zur Wahl stellen, zu ihren Zielen befragen.
Mit Katrin Fleischers Weggang habe es Ängste gegeben, dass es nicht weitergeht, berichtet Vereinschef Kämpfe-Fehrle. "Das bedurfte vieler Gespräche." Doch die Alte Schule sei ein gut organisiertes Haus, die Abläufe funktionierten, und inzwischen habe sich der Verein neu strukturiert. Sechs Arbeitsgruppen mit verschiedenen Aufgaben haben sich gebildet.
Weitere Mitstreiter sind dem Verein mit derzeit 136 Mitgliedern indes willkommen. Das könnten Menschen sein, die aktiv mitmachen möchten, aber auch passive Mitglieder, sagt Daniel Kämpfe-Fehrle.
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