Das Kolonistenfest in Erkner am Tag des Offenen Denkmals ist inzwischen eine gut eingeführte Tradition. Vielleicht auch aus diesem Grund wird das Erkneraner Heimatmuseum Schauplatz einer Ausstellung, die bis 3. Oktober zu sehen sein wird. Die mobile Schau heißt Fritz - Dorf - Stadt - Kolonistendörfer in der Metropolregion" und behandelt ein Thema, das in Erkner zuhause ist - die Kolonisationspolitik Friedrich II. Dabei konzentriert sich die Präsentation auf vier Kolonistendörfer im berlinnahen Raum - zwei in Brandenburg - Erkner und Nowawes (Potsdam/Babelsberg)-, zwei in Berlin - Friedrichshagen und Rixdorf (Neukölln). Erarbeitet haben die Ausstellung das Center of Metropolitan Studies an der Technischen Universität Berlin - mit Hilfe des Erkneraner Heimatvereins. Es geht um die Ansiedlung von Spinnern und Webern, um das Anlegen von Maulbeerbaumplantagen, in denen nach französischem Vorbild kostbare Seide produziert werden sollte.
Der Erkneraner Heimathistoriker Frank Retzlaff wird über das Thema einen Vortrag halten, eingebettet in das klassische Programm des Kolonistenfestes. Es wird um 11 Uhr mit dem historischen Spiel eröffnet, das sie Ansiedlung der Pfälzer Kolonisten "auf dem Buchhorst", wie es damals hieß, nachstellt. Im Lauf des Tages folgen Auftritte der Tanz- und Chorgruppe der Löcknitzschule und des Frauenchors. Musik und Tanz wird auch am Nachmittag geboten - mit einem kleinen barocken Konzert und Menuett-Tänzen am Hof des "Alten Fritz". Für die passende Dekoration des Hofs bittet der Heimatverein noch um Hilfe. Gesucht werden, auch leihweise, Kürbisse, Zucchini und Sonnenblumen. Meldungen unter Tel.: 03362 22452.
Am Tag des offenen Denkmals beteiligt sich auch die Alte Schule Kagel. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1868 und diente bis 1972 als Schule. Ab 2008 wurde die Alte Schule restauriert und im April 2010 mit einer Ausstellung eröffnet.
Ab 12 Uhr ist auch das Steinhöfeler Gotteshaus geöffnet - derzeit eine Großbaustelle, weil der Turm saniert wird. Nur am Sonntag kann man daher die barocke Ausstattung, wie den hölzernen Tauftisch von 1621, die Patronatsloge von 1720/30 mit Camaieu-Malereien sowie den architektonisch gestalteten Altar mit Putten und Caritas und das hölzerne Epitaph des Patronatsherren von Wulffen besichtigen. Für die Restauration der Kunstwerke sammelt der Förderkreis Dorfkirche seit Jahren Spendengeld, wird Postkarten, Broschüren verkaufen und lädt zu Führungen. Zwischen 16 und 17 Uhr beantwortet ein Holz-Restaurator Fragen, für Kinder gibt es Malbögen zum Thema Holz und für alle ein Gewinnspiel und Imbiss.
In der Bad Saarower Gutsanlage (Alte Eichen) gibt es Führungen um 11, 14 und 16 Uhr, dazu ist eine Fotoausstellung zur Sanierung des 1723 erbauten Hauses und zur Wiederherstellung der Garten- und Parkanlage zu sehen.
"Fürstenwalde ist ebenfalls vertreten, mit Bier-Museum bei Mords Eck und einer tollen Wanderung zur Pechhütte im Stadtforst", sagt Mitorganisatorin Imke Freiberg.
Die Flyer gibt es in Tourismus-Büros, Kultureinrichtungen, teilnehmenden Denkmälern sowie unter www.kulturverein-nord.de.