Ab 17 Uhr fanden Interessenten vor und in der "Alten Schule" verschiedene Angebote zum Thema Sicherheit. So war Andrea Hofrichter mit ihrem neunjährigen Sohn Tim aus Schöneiche gekommen, um sich am Stand der Polizei von Detlef Gräfling das neue Fahrrad codieren zu lassen. Der Kriminaloberkommissar für Prävention stanzte mit einem Gerät eine Nummer in den Rahmen. "Die Zahl verrät uns, wer der Eigentümer ist", sagte er. Andrea Hofrichter hofft nun, "dass wir damit eine Chance haben, das Rad wieder zu finden, falls es gestohlen wird."
Selbst aktiv werden, um Kriminalität vorzubeugen, darum geht es der SSK. Siegfried Diez vom Vorstand des Vereins sagte: "Wir möchten mit dem Sicherheitstag die Menschen sensibilisieren, auf ihr Umfeld zu achten und sich gegenseitig zu warnen oder Bescheid zu sagen, wenn etwas Auffälliges geschieht." Seit rund 20 Jahren gehen die Mitglieder des Vereins auf Streife durch Woltersdorf. "Wir brauchen das Engagement der Mitbürger, damit alle sicherer leben können."
In der Zwischenzeit hatte sich am Stand einer Fensterfirma ein Pulk von Menschen versammelt. Sie sahen zu, wie Olaf Schenkel, ebenfalls Sicherheitspartner, versuchte, mit einem Vorschlaghammer ein Sicherheitsfenster einzuschlagen. Nach zehn Versuchen gab er auf. Das Fenster war zwar zersplittert, hatte aber kein Loch. Der Grund: Eine Folie zwischen den Scheiben hielt das Glas zusammen. Auch zwei weitere interessante Möglichkeiten, das Eigentum zu schützen, wurden präsentiert: eine Alarmanlage, die anders als herkömmliche Systeme, auf die Veränderung des Luftdrucks bei einem Einbruchversuch reagiert, und das Markieren von Wertgegenständen mit künstlicher DNA.
Jochen Knuth, der künstliche DNA in Berlin und Brandenburg vertreibt, zeigte den rund 30 Anwesenden ein unscheinbares Röhrchen mit einer Flüssigkeit. Aufgetragen auf ein Objekt, lasse sie sich nur noch mit roher Gewalt entfernen. Der Dieb müsste schon eine Feile ansetzen. Mit bloßem Auge ist die Markierung nicht sichtbar, eine spezielle Mikrokamera fördert jedoch einen Code aus winzigen Pünktchen zu Tage. Die Codes werden in einer Datenbank verwaltet, auf die die Polizei Zugriff hat. Knuth betonte den präventiven Aspekt: "Es geht darum, dass gar nicht erst eingebrochen wird." Entsprechende Aufkleber schrecken ab. Inzwischen gibt es spezielle Produkte, mit denen die DNA in Autoscheiben oder Fahrradrahmen geätzt werden kann.